|
Geschichten aus Thailand Warnung: Diese Geschichten handeln mehr von Frauengeschichten als von Kultur, mehr von Bier als von einsamen Inseln. Sag nicht ich hätte dich nich gewarnt. Dieses ist also mein Reisebericht und mein Tagebuch. Manche Sachen werden typisch "männlich" klingen, besonders unsere Frauengeschichten, doch sie gehörten für uns zur Reise und sie zu verschleiern, wäre nicht ehrlich. Falls irgendwelche Abschnitte seltsam abgehackt klingen liegt es daran, dass wir das Tagebuch für die Öffentlichkeit etwas gekürzt und zensiert haben. Diesen Text zu schreiben, hat mir ca. 100 Stunden Arbeit gemacht und ist sicherlich noch nicht perfekt an einigen Stellen. Also lass dich nicht von Rechtschreibfehlern und Folgeunrichtigkeiten stören. Alle Informationen sind ohne Gewähr und wer sich durch meine Meinungen und Gedanken belästigt fühlt, darf den Bericht einfach wegklicken. Unerlaubte Vervielfältigung ist nicht gestattet. Ich wünsche allen Lesern viel Spaß, gute Unterhaltung und ganz viel Reiselust. ( Foto ) Download Fragen sind immer willkommen. Letzte Nacht im geliebten Bett! Die
letzten Atemzüge deutscher Regenluft atme ich, bis es morgen nach Thailand
geht. Schon wieder Asien, nun zum dritten Mal in Folge zieht es mich und meinen
Rucksack in den Süd-Ostasiatischen Raum, um dort vier Wochen meiner
Semesterferien zu verbringen. Die Nächte werde ich mit Rucksacktouristen
aus aller Welt teilen, ich werde meinen Magen mit Chili und Curry
gewürzter Nahrung verwöhnen und erschrecken, werde lächelnde
Menschen fotografieren, Bilder, die mir auch lange nach der Reise positive
Kraft für den Alltag bringen. Werde die Natur in ihren wilden Wurzeln
erleben und Blutegel und Malaria verseuchte Mücken vom Leibe schlagen,
endlich wieder in einen schimmernden Sternenhimmel entlang des Ozeans der
Unendlichkeit entgegen blicken, Strände meiner Phantasien kennen lernen
und in das im Smog untergegangene Bangkok tauchen.
Das und noch viel mehr erwarte ich nun von der Reise, die noch vor
mir liegt. Die Reise diesmal wird anders als meine letzte, irgendwie einfacher,
denn diesmal habe ich Begleitung von Patrick, wir kennen uns schon seit 11
Jahren. Arbeit, Gepäck und Vorbereitungen können in einem guten Team
aufgeteilt werden, ob es nun zu zweit schwieriger ist Leute kennen zu lernen
und englisch zu sprechen wird sich zeigen. Ich freue mich darauf, keine Angst
haben zu müssen, dass ich niemand kennen lerne und mich langweile. Unsere Flugdaten sind: Für alle, die von Thailand noch nie etwas gehört haben,
nun eine kleine Einführung in das Land des Lächelns. Das
Königreich Thailand, mit seinen Nachbarländern Malaysia, Kambodia,
Burma und Laos ist mit seinen 517.000 sq km ungefähr so groß wie
Frankreich. Landschaftlich, kulturell und kulinarisch ist Thailand ein Paradies
für angefrustete Europäer. Die Menschen sind freundlich und
friedlich, die zahlreichen zum Teil unbewohnten Inseln im Süden noch ein
Paradies, im Norden Thailands fruchtbarer Regenwald mit einzigartiger
Artenvielfalt. Thailand hat 62 Millionen Einwohner, von denen 7 Millionen in der
Hauptstadt Bangkok wohnen. Die Bevölkerung besteht 75% aus Thai, 11 %
Chinesen und 4% Malaien u.a.. 95% der Bevölkerung sind Buddhisten und 4 %
Moslems. Bezahlt wird in Thailand mit dem Thailändischen Baht (THB).
Thailand ist uns 5 Stunden voraus (im Winter 6 Stunden). Also wenn ihr gerade mit Frühstück beginnt, sind wir schon mit Mittagessen fertig. In dieses Land fahren wir also. Einen exakten Reiseplan haben wir
nicht. Es wird ungefähr so aussehen, dass wir uns drei Tage in Bangkok
aufhalten. Die ersten Nächte in Bangkok werden wir an der bei
Rucksacktouristen beliebten Khai San Road verbringen. Dort soll es laut
Reiseführer, genügend billige Gästehäuser geben und eine
Reservierung soll nicht möglich und nötig sein. Dann werden wir mit
dem Zug nach Chiang Mai in den Norden fahren, dort wandern, wenn möglich
Thailands höchsten Berg besteigen, eventuell noch einen Abstecher in
verlassene Gegenden machen und danach so schnell wie möglich mit einem
Flugzeug quer über Thailand zu den Inseln, von denen wir uns ein paar
Robinson-mäßig vornehmen werden. Ko Samui, Ko Tao, Phuket aber auf
jeden Fall auf Ko Phan Ngan zur legendären Vollmondparty. Vor dem
Heimfliegen noch in Bangkok ein wenig Shopping und schon sind die vier Wochen
um. Turkmenistan Airlines- Maschinengewehre
Den einzigen Flug nach Thailand, den wir kriegen konnten, war mit der
Fluggesellschaft Turkmenistan Airlines mit Zwischenstopp in Aschgabad. Pat und
ich und unser 18 Kilo Gepäck stellten sich an die beiden Schalter an, ein
Anstell-System war nicht zu erkennen, Leute mit vermutlich mehr
Gepäckteilen als Gehirnzellen, standen vor uns, neben uns und schon fast
über uns, jeder der sich seine Bording Card abholte, diskutierte
minutenlang mit der Dame am Schalter, warum er eigentlich nicht das 100ste
Gepäckstück auch noch abgeben kann. Das dauerte alles sehr lange.
Gut, in Thailand würde ich Chaos und Verzögerungen schon in Kauf
nehmen, aber hier möchte ich Ordnung und ein erkennbares System. Nein, ich
bin nicht wirklich so ein Arschloch, wie sich das gerade anhört, bin nur
schlecht drauf, da ich diesen Reisebericht schreiben muss und gerade erst
angefangen habe. Als ich so vor mich hin fluche werde ich von einer Dame
unterbrochen, ob ich ihr Gepäckstück nach Turkmenistan mitnehmen
kann. Klar, machen wir das NICHT! Unser selbstverständliches
Kopfschütteln folgend geht sie weiter. Wir sitzen in der Maschine, die
Wandverkleidung erinnert an die Tapete meiner Oma, es hängt ein Bild des
Präsidenten an der hässlichen Tapete, seine Augen schauen mutig auf
mich herab. Die Maschine hebt ab, ich zähle die Minuten bis zum Absturz...
es passiert nichts, wir fliegen immer noch und sind jetzt schon einige Meter
von der Landebahn entfernt. Ängstlich blicke ich zwischen Fenster und Pat
hin und her, beides kann mich irgendwie nicht beruhigen. Mist, ich verpasse die
Show der Stewardessen, wie sie uns zeigen was bei Notfällen zu tun ist,
hätte ich doch bloß aufgepasst, wer weiß. Der Grund meiner Flugangst liegt ungefähr eine Woche zurück, als ich mich, kurz nachdem ich das Ticket bezahlte (ca.700 Euro, die anderen im Flugzeug zahlten weniger!), im Internet über diese Fluggesellschaft informierte. Turkmenistan liegt gleich neben Afghanistan, na ja, so fliegen wir immerhin den kürzesten Weg nach Thailand. Das Auswärtige-Amt schreibt: Die Flugsicherheit entspricht nicht immer internationalem Standard. Bei Flügen mit Turkmenistan- Airlines nach Bangkok ist eine planmäßige Zwischenlandung in Aschgabat/Turkmenistan vorgesehen. Passagiere müssen sich von Bord in den Transitbereich des Flughafens begeben. In den Wintermonaten muss aufgrund von Nebelbildung mit (zum Teil erheblichen) Verzögerungen gerechnet werden. Im Transitbereich gibt es keine Einkaufsmöglichkeiten (Essen, Getränke o.ä.). Das Rauchverbot ist strikt zu beachten, sonst drohen hohe Geldstrafen. Bei Problemen mit örtlichem Polizei- oder Wachpersonal bitte umgehend die Deutsche Botschaft Aschgabat kontaktieren. Und ich kann euch sagen, ich habe noch viel weniger bürokratisch ausgedrückte Meldungen gefunden. In privaten Reiseberichten wurde von Unglücken berichtet, von Erpressungen, von 20 stündigen Verspätungen, Aggressivität, verlorenem Gepäck, sogar das Wort menschenverachtend tauchte mal auf. Nun ja, wir sind vorbereitet, haben Proviant für mehrere Tage
dabei und klammern uns fest, mit einer Hand stets an die Schwimmweste unter
unserem Sitz. Die Wartezeit verging schnell, hier und da wurde mit den anderen
Reisenden geredet, keiner wusste wie spät es ist und wann es weitergeht,
die verfluchte Zeitverschiebung. Dann wirbeln die Worte Bangkok,
Bangkok erneut durch die Luft und es macht sich Unruhe im heißen
Saal breit. Das Touristen-Visum wird nun sorgfältig ausgefüllt und
Thailand heißt uns willkommen. Fazit: Bangkok
Eine kleine Straße, einige hundert Meter, vielleicht auch
einen Kilometer lang, auf manchen Karten Bangkoks nicht einmal verzeichnet.
Entlang dieser Straße gibt es viele preiswerte Unterkünfte, wie zum
Beispiel das Bonny Guesthose, wo ein Bett in einem 5 Bett Zimmer gerade mal 80
Baht kostet. Ein kleines gelbes Schild, versteckt zwischen vielen anderen
kleinen und großen Schildern, zeigt auf einen kleinen Weg, dieser liegt
wiederum versteckt, hinter Verkaufsständen, selbst wenn man den Weg schon
öfters lief, sucht man ihn doch jedes mal wieder.
Die Lage der Khao San Road ist eher ungünstig, keine Skytrain
und öffentliche Busverbindungen. In der Straße fühlt sich jeder
Rucksacktourist in mitten der anderen Rucksacktouristen zu Hause.
Braungebrannte, in bunten Stoffhosen bekleidete Abenteurer und Hippies, lassen
uns blass aussehen als gerade gelandete. Die ausschließlich jungen Leute
tragen Armbänder, Tatoos, Bärte, T-Shirts mit asiatischen Zeichen,
Red Bull oder Diesel-Aufdrucken, viele haben sich Zöpfe an einigen der
vielen Straßenstände flechten lassen. Merke: Kulturpflichtprogramm Grand Palace + Wat
Pho Für 60 Baht lassen wir uns mit dem Taxi, (wir wussten noch
nichts vom Taxi-Meter) zum Grand Palace fahren. Eine Menschenmasse von
Japanern, Europäer und anderes strömt auf das Gelände des Grand
Palace, wie aufgescheuchte Hühner zur Fütterungszeit, dass Ticket
kostet stolze 200 Baht. Kleine Japanerinnen wollen sich mit uns fotografieren
lassen, sie dachten wahrscheinlich, wir sind eine Attraktion des Grand Palace,
da wir auch ziemlich Grand sind. Um hier aufs Gelände zu
kommen, muss man sich an die strenge Kleiderordnung halten. Zum Beispiel sollte
das Hosenbein nur höchstens 3 cm von den Schuhen entfernt sein. Also an
all die Rocker mit den ärmellosen Shirts und die Kylee Minogues mit den
männerquälenden kurzen Röcken, ihr habt keine Chance hier
reinzukommen! Ihr merkt, ich versuche wertvolle Zeilen zu verschwenden um nicht so viel vom Grand Palace an sich zu beschreiben, er war wirklich echt groß und viele Buddhas sitzen und liegen lange schon, bis das Gold von ihnen blättert. Wir sahen einen goldenen Turm, das Waffenmuseum, Elfantenknochen in einem anderen Museum und jede Menge andere schöne edle Tempel mit viel Liebe zum Detail. ( Foto 1 Foto 2 Foto 3 ) Habe ich schon erwähnt, dass viele meines gleichen, sprich Touristen wie Fußballer auf dem Spielfeld von einer Ecke des Grand Palace zur anderen hetzen? Wir können nicht wirklich mithalten, da ich Hunger habe verlassen wir nach Stunden die Heiligtümer. Wir suchen in der Umgebung nach einem Restaurant. Da wir nun
alleingelassen sind von den anderen Touristen wissen wir nicht wohin. Wir
laufen durch stinkende Straßen auf zugestellten
Fußgängerwegen. So stelle ich mir Bangkok vor, endlich. Männer
tragen tropfende Eisblöcke auf den Schultern, schleppen Kartons von ihren
rostigen LKWs in dunkle Gassen, überall liegen auf Tischen zum Verkaufen
tote Fische, Schulmädchen in ihren sauberen Uniformen lächeln uns
beim Vorbeigehen an und kichern.
|
![]() |