Geschichten aus Thailand


Warnung:
Diese Geschichten handeln mehr von Frauengeschichten als von Kultur, mehr von Bier als von einsamen Inseln.  Sag nicht ich hätte dich nich gewarnt.

Dieses ist also mein Reisebericht und mein Tagebuch.
Dieser Reisebericht kann keinen Reiseführer und keine eigenen Erlebnisse ersetzen. Es sind meine Erlebnisse und Meinungen, du wirst alles ganz anders erleben und mit anderen Augen sehen. Meine Augen haben etwas gesehen, was ich hier versucht habe niederzuschreiben. Mir ist bewusst, dass es unmöglich ist, dir ein Bild vor Augen zu machen, was dem meinen gleicht.
Es sind nur Worte und ist nur der vergebliche Versuch, etwas von mir Erlebten niederzuschreiben und festzuhalten, für mich und für andere. Doch Gefühle und Reisen lassen sich schlecht festhalten, drum muss ich es immer wieder tun und darum musst du es auch selber tun. Ich bin kein Schriftsteller und kein Besserwisser, einfach nur Urlauber und Tourist für wenige Wochen und ich weiß viel zu wenig von Thailand.
Glaube nicht alles! Vieles Aufgeschriebene sind Vermutungen und Sachen ändern sich auch, vor allem die Preise schwanken Saison - und Zeitbedingt. Dinge die negativ klingen, müssen in einem anderen Licht nicht negativ sein und gerade aus negativen Erfahrungen lernen wir ja am meisten. Und für mich waren alle Erlebnisse schön, auch die negativen. Das Lästern in manchen Sätzen z.B. über Touristen bitte ich nicht zu ernst zu nehmen, mir ist klar, ich bin auch nur einer.

Manche Sachen werden typisch "männlich" klingen, besonders unsere Frauengeschichten, doch sie gehörten für uns zur Reise und sie zu verschleiern, wäre nicht ehrlich.  Falls irgendwelche Abschnitte seltsam abgehackt klingen liegt es daran, dass wir das Tagebuch für die Öffentlichkeit etwas gekürzt und zensiert haben.

Diesen Text zu schreiben, hat mir ca. 100 Stunden Arbeit gemacht und ist sicherlich noch nicht perfekt an einigen Stellen. Also lass dich nicht von Rechtschreibfehlern und Folgeunrichtigkeiten stören.

Alle Informationen sind ohne Gewähr und wer sich durch meine Meinungen und Gedanken belästigt fühlt, darf den Bericht einfach wegklicken.

Unerlaubte Vervielfältigung ist nicht gestattet.

Ich wünsche allen Lesern viel Spaß, gute Unterhaltung und ganz viel Reiselust. ( Foto )

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Fragen sind immer willkommen.
Andreas  
 

Letzte Nacht im geliebten Bett!
Die letzten Atemzüge deutscher Regenluft atme ich, bis es morgen nach Thailand geht. Schon wieder Asien, nun zum dritten Mal in Folge zieht es mich und meinen Rucksack in den Süd-Ostasiatischen Raum, um dort vier Wochen meiner Semesterferien zu verbringen. Die Nächte werde ich mit Rucksacktouristen aus aller Welt teilen, ich werde meinen Magen mit Chili und Curry gewürzter Nahrung verwöhnen und erschrecken, werde lächelnde Menschen fotografieren, Bilder, die mir auch lange nach der Reise positive Kraft für den Alltag bringen. Werde die Natur in ihren wilden Wurzeln erleben und Blutegel und Malaria verseuchte Mücken vom Leibe schlagen, endlich wieder in einen schimmernden Sternenhimmel entlang des Ozeans der Unendlichkeit entgegen blicken, Strände meiner Phantasien kennen lernen und in das im Smog untergegangene Bangkok tauchen.

Das und noch viel mehr erwarte ich nun von der Reise, die noch vor mir liegt. Die Reise diesmal wird anders als meine letzte, irgendwie einfacher, denn diesmal habe ich Begleitung von Patrick, wir kennen uns schon seit 11 Jahren. Arbeit, Gepäck und Vorbereitungen können in einem guten Team aufgeteilt werden, ob es nun zu zweit schwieriger ist Leute kennen zu lernen und englisch zu sprechen wird sich zeigen. Ich freue mich darauf, keine Angst haben zu müssen, dass ich niemand kennen lerne und mich langweile.
Die Reisevorbereitungen wurden sorgfältig gemacht. Geimpft, Reiseführer und Reiseberichte gelesen, Bücher und Reiseapotheke angeschafft usw..
Doch zuerst waren wir auf der Suche nach einem Flug. Als ersten Tipp für alle, die diesen Reisetagebuchbericht lesen, kann ich schon mal den Hinweis geben, sich rechtzeitig um den Flug zu kümmern. Wir begannen mit Anfragen an Reisebüros 2 Monate früher, doch es sah dort schon aussichtslos aus, einen Flug im August zur Ferienzeit zu bekommen. Wir standen auf Wartelisten bei Thai Airlines, auf denen wir auch jetzt noch ohne Erfolg stehen. Dann 4 Wochen vor der Reise bekamen wir endlich einen Flug für 735 Euro. Leider keinen Non-Stop Flug und mit einer nicht gerade vertrauenserweckenden „Turkmenistan Airline“. Private Reiseberichte erzählten nichts Gutes vom Flug mit dieser Gesellschaft, doch wir hatten keine Alternative, nicht mal bei Last-Minute, zwei Wochen vor Flug, gab’s eine andere Möglichkeit in unser Thailand zu kommen. So wird unser Abenteuer und mein kritischer Reisebericht schon im Flug beginnen und hoffentlich nicht enden.

Unsere Flugdaten sind:
3.8.2002 18.20 Uhr ab Frankfurt
4.8.2002 13.10 Uhr in Bangkok
31.8.2002 5.55 Uhr ab Bangkok
31.8.2002 17.00 Uhr in Frankfurt

Für alle, die von Thailand noch nie etwas gehört haben, nun eine kleine Einführung in das „Land des Lächelns“. Das Königreich Thailand, mit seinen Nachbarländern Malaysia, Kambodia, Burma und Laos ist mit seinen 517.000 sq km ungefähr so groß wie Frankreich. Landschaftlich, kulturell und kulinarisch ist Thailand ein Paradies für angefrustete Europäer. Die Menschen sind freundlich und friedlich, die zahlreichen zum Teil unbewohnten Inseln im Süden noch ein Paradies, im Norden Thailands fruchtbarer Regenwald mit einzigartiger Artenvielfalt.
Thailands Klima wird vom Monsun bestimmt, der zwei Jahreszeiten im Süden und drei Jahreszeiten im Norden, Osten und im Zentrum beschert.
Letztere besteht aus der „Regenzeit“ von Juli bis November, gefolgt von der „Trockenzeit“ bis Februar und der „Hitzezeit“ von März bis Juni.
Im Süden gibt es nur die zwei Jahreszeiten (Trockenzeit und Regenzeit) mit weniger Temperaturunterschied. Nun, im August erwartet uns ungefähr 30 Grad Celsius und 200 mm Regen.

Thailand hat 62 Millionen Einwohner, von denen 7 Millionen in der Hauptstadt Bangkok wohnen. Die Bevölkerung besteht 75% aus Thai, 11 % Chinesen und 4% Malaien u.a.. 95% der Bevölkerung sind Buddhisten und 4 % Moslems.
Die durchschnittliche Lebenserwartung beträgt 69 Jahre und ist somit die höchste in Süd-Ost-Asien.
Ein Problem, neben der Armut, ist die sehr hohe Zahl der HIV-Infizierten von 77%, die Krankheit wird von der Regierung schon seit 1970 verzweifelt bekämpft, mit Aufklärung und Gratis-Kondome, die übrigens in unterschiedlichen nummerierten Größen erhältlich sind.

Bezahlt wird in Thailand mit dem Thailändischen Baht (THB).
1 Euro sind 40 Baht, bzw. 1 DM gleich 20 Baht (ist einfacher zu rechnen).

Thailand ist uns 5 Stunden voraus (im Winter 6 Stunden). Also wenn ihr gerade mit Frühstück beginnt, sind wir schon mit Mittagessen fertig.

In dieses Land fahren wir also. Einen exakten Reiseplan haben wir nicht. Es wird ungefähr so aussehen, dass wir uns drei Tage in Bangkok aufhalten. Die ersten Nächte in Bangkok werden wir an der bei Rucksacktouristen beliebten Khai San Road verbringen. Dort soll es laut Reiseführer, genügend billige Gästehäuser geben und eine Reservierung soll nicht möglich und nötig sein. Dann werden wir mit dem Zug nach Chiang Mai in den Norden fahren, dort wandern, wenn möglich Thailands höchsten Berg besteigen, eventuell noch einen Abstecher in verlassene Gegenden machen und danach so schnell wie möglich mit einem Flugzeug quer über Thailand zu den Inseln, von denen wir uns ein paar Robinson-mäßig vornehmen werden. Ko Samui, Ko Tao, Phuket aber auf jeden Fall auf Ko Phan Ngan zur legendären Vollmondparty. Vor dem Heimfliegen noch in Bangkok ein wenig Shopping und schon sind die vier Wochen um.

...aber vielleicht gehen wir auch ganz andere Wege...
 

Turkmenistan Airlines- Maschinengewehre
Den einzigen Flug nach Thailand, den wir kriegen konnten, war mit der Fluggesellschaft Turkmenistan Airlines mit Zwischenstopp in Aschgabad. Pat und ich und unser 18 Kilo Gepäck stellten sich an die beiden Schalter an, ein Anstell-System war nicht zu erkennen, Leute mit vermutlich mehr Gepäckteilen als Gehirnzellen, standen vor uns, neben uns und schon fast über uns, jeder der sich seine Bording Card abholte, diskutierte minutenlang mit der Dame am Schalter, warum er eigentlich nicht das 100ste Gepäckstück auch noch abgeben kann. Das dauerte alles sehr lange. Gut, in Thailand würde ich Chaos und Verzögerungen schon in Kauf nehmen, aber hier möchte ich Ordnung und ein erkennbares System. Nein, ich bin nicht wirklich so ein Arschloch, wie sich das gerade anhört, bin nur schlecht drauf, da ich diesen Reisebericht schreiben muss und gerade erst angefangen habe. Als ich so vor mich hin fluche werde ich von einer Dame unterbrochen, ob ich ihr Gepäckstück nach Turkmenistan mitnehmen kann. Klar, machen wir das NICHT! Unser selbstverständliches Kopfschütteln folgend geht sie weiter. Wir sitzen in der Maschine, die Wandverkleidung erinnert an die Tapete meiner Oma, es hängt ein Bild des Präsidenten an der hässlichen Tapete, seine Augen schauen mutig auf mich herab. Die Maschine hebt ab, ich zähle die Minuten bis zum Absturz... es passiert nichts, wir fliegen immer noch und sind jetzt schon einige Meter von der Landebahn entfernt. Ängstlich blicke ich zwischen Fenster und Pat hin und her, beides kann mich irgendwie nicht beruhigen. Mist, ich verpasse die Show der Stewardessen, wie sie uns zeigen was bei Notfällen zu tun ist, hätte ich doch bloß aufgepasst, wer weiß.
Der Grund meiner Flugangst liegt ungefähr eine Woche zurück, als ich mich, kurz nachdem ich das Ticket bezahlte (ca.700 Euro, die anderen im Flugzeug zahlten weniger!), im Internet über diese Fluggesellschaft informierte. Turkmenistan liegt gleich neben Afghanistan, na ja, so fliegen wir immerhin den kürzesten Weg nach Thailand.

Das Auswärtige-Amt schreibt: „Die Flugsicherheit entspricht nicht immer internationalem Standard. Bei Flügen mit Turkmenistan- Airlines nach Bangkok ist eine planmäßige Zwischenlandung in Aschgabat/Turkmenistan vorgesehen. Passagiere müssen sich von Bord in den Transitbereich des Flughafens begeben. In den Wintermonaten muss aufgrund von Nebelbildung mit (zum Teil erheblichen) Verzögerungen gerechnet werden. Im Transitbereich gibt es keine Einkaufsmöglichkeiten (Essen, Getränke o.ä.). Das Rauchverbot ist strikt zu beachten, sonst drohen hohe Geldstrafen. Bei Problemen mit örtlichem Polizei- oder Wachpersonal bitte umgehend die Deutsche Botschaft Aschgabat kontaktieren.“

Und ich kann euch sagen, ich habe noch viel weniger bürokratisch ausgedrückte Meldungen gefunden. In privaten Reiseberichten wurde von Unglücken berichtet,  von Erpressungen, von 20 stündigen Verspätungen, Aggressivität, verlorenem Gepäck, sogar das Wort „menschenverachtend“ tauchte mal auf.

Nun ja, wir sind vorbereitet, haben Proviant für mehrere Tage dabei und klammern uns fest, mit einer Hand stets an die Schwimmweste unter unserem Sitz.
Es gibt kein Unterhaltungsprogramm(Filme, Musik), nicht einmal die Stewardessen sind einen Blick wert und sie haben einfach nicht dieses falsche gestellte übliche Stewardessen-Lächeln drauf. Die armen, sie müssen diesen Job hassen. Wenn ich schon bei der Unterhaltung bin, die Durchsagen sind in „Turkmenisch“ und in „Turkmenisch mit englischem Akzent“, also keine Fluginformationen.
Vor uns sitzen Deutsche, die schon öfters in Thailand waren bzw. ihren Reiseführer schon komplett auswendig können und tauschen ihre Erfahrungen aus. Wir stellen uns schlafen und belauschen sie, können uns jedoch doch nichts merken.
Nach 6 Stunden sinken wir plötzlich, eine harte Landung, Männer mit Maschinengewehren zielen auf uns, wollen Geld oder unsere Pässe, Kinder schreien, die Luft wirkt drückend, wie unter einem Kissen, ich rieche das Atmen, höre das Schwitzen, warum habe ich mir keine Ticket von der Lufthansa geleistet?
....
Ich erwache, als wir sanft zu Boden gleiten, wie der Schmetterling auf einem rosa Seeblümchen. Eine hübsche Dame winkt uns aus dem Flugzeug, ihre asiatischen Augen und ihre Stimme, die zart aber bestimmend „Bangkok, Bangkok“ ruft, lässt mich zuerst glauben, wir seien schon da. Die Fluggäste werden vom Flugzeug, über Treppen und Stufen in die Flughalle geführt. Sämtliche Anzeigetafeln zeigen wie nach einer Atomexplosion, nichts an, die Uhren jedoch zeigen 0:00 an. Nach der Passgeschichte laufen wir der Masse nach, Schilder, Informationen gibt es nicht. Pat erinnert sich an die gelesenen Reiseberichte, „Nur nicht rauchen, sonst wird es teuer.“ Unser Instinkt führt uns weiter durch die leeren, sauberen verschlafenen Gänge zu einer Bar, es ertönt Musik und Pat kann endlich rauchen. Die Menschen sehen aus wie Menschen, sind doch keine Monster wie gelesen.
Das Zitat aus einem Bericht: „Die Toiletten sahen aus, als ob eine Horde Hunnen alles abgeschraubt hatte was nicht einbetoniert war“, kann ich jedoch bestätigen.

Die Wartezeit verging schnell, hier und da wurde mit den anderen Reisenden geredet, keiner wusste wie spät es ist und wann es weitergeht, die verfluchte Zeitverschiebung. Dann wirbeln die Worte „Bangkok, Bangkok“ erneut durch die Luft und es macht sich Unruhe im heißen Saal breit.
Es geht mit der gleichen Maschine weiter, wir haben schon wieder zufälligerweise den gleichen Sitz. Die 757 hebt ab und mit zugekniffenen Augen erlebe und überlebe ich den Flug über Afghanistan. Wir kramen unseren Reiseführer raus, um nachzulesen was wir überhaupt noch mal in Thailand wollen und wo wir unsere erste Nacht verbringen wollen.
Das Essen wurde serviert und mein von der Mensa eigentlich abgehärteter Magen, gab mir das drohende Signal, das geschmacklich katastrophale Essen unberührt zu lassen. Ich tat was er wollte.
Nach etlichen Schlafversuchen neigt sich die Maschine und nähert sich dem Land in dem ich meine nächsten Wochen verbringen werde, dem „Land des Lächelns“- Thailand und schon landen wir in „der Stadt der Engel“, in Bangkok. Menschen klatschen, ich bin am Leben, Erleichterung.

Das Touristen-Visum wird nun sorgfältig ausgefüllt und Thailand heißt uns willkommen.
Mit unseren Rucksäcken begeben wir uns den Schildern folgend zum Airportbus, dort kaufen wir ein Ticket für 100 Baht für den Bus Nr.3 zur Khao San Road. Alles ist erstaunlich gut organisiert und es erhebt sich der Verdacht nicht die ersten Touristen in Thailand zu sein.
Der Verkehr ist chaotisch, aber für unseren Bus bezwingbar, die Luft ist durchsichtiger als vermutet, das Klima ist schwül aber gut erträglich. Wir fahren bzw. stehen zwei Stunden bis wir im Rucksack-Zentrum Bangkoks ankommen. ( Foto )

Fazit:
Wir haben es überlebt, es gab kaum Verspätung und unsere Rucksäcke sind nicht verloren gegangen. Wenn das alles ist, was man will, ist die Fluggesellschaft OK. Wer etwas Unterhaltung, etwas Schlaf und Freundlichkeit will und entspannt ankommen will, kann ich von der Fluggesellschaft abraten. Wir und viele andere Fluggäste würden nicht mehr mitfliegen.
Auf der Rückreise übrigens, konnten wir nicht mal die Rückenlehnen verstellen, Pats Armlehne fehlte und ich hatte meinen kompletten Sicherheitsgurt in der Hand als ich mich anschnallen wollte!
 

Bangkok
Eine kleine Straße, einige hundert Meter, vielleicht auch einen Kilometer lang, auf manchen Karten Bangkoks nicht einmal verzeichnet. Entlang dieser Straße gibt es viele preiswerte Unterkünfte, wie zum Beispiel das Bonny Guesthose, wo ein Bett in einem 5 Bett Zimmer gerade mal 80 Baht kostet. Ein kleines gelbes Schild, versteckt zwischen vielen anderen kleinen und großen Schildern, zeigt auf einen kleinen Weg, dieser liegt wiederum versteckt, hinter Verkaufsständen, selbst wenn man den Weg schon öfters lief, sucht man ihn doch jedes mal wieder.

Die Lage der Khao San Road ist eher ungünstig, keine Skytrain und öffentliche Busverbindungen. In der Straße fühlt sich jeder Rucksacktourist in mitten der anderen Rucksacktouristen zu Hause. Braungebrannte, in bunten Stoffhosen bekleidete Abenteurer und Hippies, lassen uns blass aussehen als gerade gelandete. Die ausschließlich jungen Leute tragen Armbänder, Tatoos, Bärte, T-Shirts mit asiatischen Zeichen, Red Bull oder Diesel-Aufdrucken, viele haben sich Zöpfe an einigen der vielen Straßenstände flechten lassen.
Auf der Straße sind überall Menschen, je später es wird, um so mehr Menschen spazieren, kaufen ein, gehen essen und Autos fahren abends nur noch selten durch. In dieser belebten Straße kann man eigentlich alles kaufen, was es in ganz Thailand gibt, in Chang Mai, oder Ko Samui, vielleicht ein klein wenig teuerer. Überall sind Stände und kleine Shops mit Uhren, Perlen Schmuck, Holzschnitzereien, T-Shirts, Messer, CDs, Feuerzeuge, Naturfotoalben, Rucksäcken(z.B. Jack Wolfsskin Kopien), auch Anzugsschneidereien und Massage-Salons sind zu finden. Und das Handeln bitte nicht vergessen. Auf der Straße kann man Essen an Ständen kaufen, sogar Heuschrecken, Maden und andere geröstete Kriechtiere, die öfters fotografiert als gegessen werden. Abends steht ein umgebauter grüner Blümchen VW-Bus auf der Straße, dort kann man sich alkoholische Getränke von nett hergerichteten Lady-Boys kaufen.
Nicht zu vergessen, die seven-eleven Supermärkte, die 24 Stunden geöffnet haben. Oh, wie ich diese Läden liebe, sie sind überall und immer wenn ich Durst oder Pat Lust auf Zigaretten verspürte, waren sie da. Es gibt auch viele schöne Bars zum Bier trinken (Singha Bier kostet 70 Baht ( Foto )) und Videos schauen.
Taxifahrer und Tuk-Tuk Fahrer sind unanständig penetrant hier. Taxifahrer wollen ihren Taxi Meter nicht anschalten. Tuk-Tuk Fahrer wollen dich ständig „gratis“ zu allen möglichen Tempeln fahren und wenn du was anderes vor hast, egal was es ist, sagen sie immer „not good, closed“.

Merke:
Nur in ein „Taxi-Meter“ einsteigen der seinen Taxi-Meter (Taxizähler) einschaltet, nicht auf Diskussionen, von wegen Stau oder Express-Way einlassen. ( Foto )
Steige in ein Tuk-Tuk ein, wenn du etwas Action und den Smog auf Bangkoks Straßen liebst und du Freude daran hast, dem Fahrer 41 mal zu erklären wo du hin willst, er wird dich trotzdem in die dunkelsten Gassen fahren, zu Bordellen, Restaurants und Juwelier-Läden und wenn du genervt aussteigst und es aufgibst, gibt er auch noch das falsche Wechselgeld raus. 
 

Kulturpflichtprogramm Grand Palace + Wat Pho
Für 60 Baht lassen wir uns mit dem Taxi, (wir wussten noch nichts vom Taxi-Meter) zum Grand Palace fahren. Eine Menschenmasse von Japanern, Europäer und anderes strömt auf das Gelände des Grand Palace, wie aufgescheuchte Hühner zur Fütterungszeit, dass Ticket kostet stolze 200 Baht. Kleine Japanerinnen wollen sich mit uns fotografieren lassen, sie dachten wahrscheinlich, wir sind eine Attraktion des Grand Palace, da wir auch ziemlich „Grand“ sind. Um hier aufs Gelände zu kommen, muss man sich an die strenge Kleiderordnung halten. Zum Beispiel sollte das Hosenbein nur höchstens 3 cm von den Schuhen entfernt sein. Also an all die Rocker mit den ärmellosen Shirts und die Kylee Minogues mit den männerquälenden kurzen Röcken, ihr habt keine Chance hier reinzukommen!
Ihr merkt, ich versuche wertvolle Zeilen zu verschwenden um nicht so viel vom Grand Palace an sich zu beschreiben, er war wirklich echt groß und viele Buddhas sitzen und liegen lange schon, bis das Gold von ihnen blättert. Wir sahen einen goldenen Turm, das Waffenmuseum, Elfantenknochen in einem anderen Museum und jede Menge andere schöne edle Tempel mit viel Liebe zum Detail. ( Foto 1 Foto 2 Foto 3 ) Habe ich schon erwähnt, dass viele meines gleichen, sprich Touristen wie Fußballer auf dem Spielfeld von einer Ecke des Grand Palace zur anderen hetzen? Wir können nicht wirklich mithalten, da ich Hunger habe verlassen wir nach Stunden die Heiligtümer.

Wir suchen in der Umgebung nach einem Restaurant. Da wir nun alleingelassen sind von den anderen Touristen wissen wir nicht wohin. Wir laufen durch stinkende Straßen auf zugestellten Fußgängerwegen. So stelle ich mir Bangkok vor, endlich. Männer tragen tropfende Eisblöcke auf den Schultern, schleppen Kartons von ihren rostigen LKWs in dunkle Gassen, überall liegen auf Tischen zum Verkaufen tote Fische, Schulmädchen in ihren sauberen Uniformen lächeln uns beim Vorbeigehen an und kichern.
Wir essen, danach geht’s zum Wat Pho Tempel, wieder ein schöner Tempel und der größte liegenden Buddha (46m lang,15m hoch), der einfach nicht in meinem Fotosucher passen will. ( Foto ) Wer Glück möchte, wirft in jeder der 108 Krüge die für eine Tugend stehen, je eine Münze. Auch dieses Gelände ist zum Verlaufen groß, wir finden zufällig einen Tempel mit einem schönen goldenem Buddha, vor dem wir knien. Eine Japanerin vor uns sitzt etwas ungeschickt im Schneidersitz, sofort kommt ein Wachmann aus dem Hintergrund und ermahnt sie, nicht die Fußsohlen auf Buddha zu zeigen. ( Foto )
In der Massageschule, die sich auch auf dem Gelände befindet, sitzen jede Menge Leute auf Bänken davor, und warten bis ihre gezogene Nummer ertönt, mir fällt da gleich das Arbeitsamt ein. Massiert wird in zwei größeren Hütten, aus denen man Stöhnen und Schlaggeräusche hören kann, sofort kann ich ein Klatschen auf der Haut ehrfürchtig auf meinem Rücken nachempfinden. Leute die dort einen Kurs machten sahen sehr zufrieden aus.
 

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