11.Tag - Cameron Highlands - Freitag 31.8.1 - keine Tiere im Dschungel aber Lesslie Nealson

Nach einer wunderbaren angenehmen kühlen Nacht mit Wolldecke wurde ich von meinem Wecker um 7:30 Uhr geweckt. Ein herrlicher Morgen. Ich habe einen Pulli an. Richard erinnert mich an Lesslie Nealson von Nackte Kanone. Er ist sehr witzig und lacht viel, leider meist alleine, da ich ihn mit seinem Akzent so gut wie nie verstehe und er auch, ohne Rücksicht, ob ich ihn verstehe, munter vor sich hin erzählt.
Ihn folgend laufe ich auf einem federnden Mossboden, bestückt  mit rutschigen Ästen und auch Matsch. Die Schilder(?) falls man sie so nennen kann, sind lächerlich. Viele kleine Wege und Möglichkeiten und dann mal wieder ein farbiger Pfeiler im Boden, der sehr unregelmäßig und selten den Weg markieren soll. Kein Wunder, dass hier schon mehrere Wanderer verloren gegangen sind und erst Tage später zurück kamen. Freue mich, dass ich nicht alleine bin. Richard kennt jeden kleinen Weg und vorbildlich pflegt er ihn. Hin und wieder knickt er dort einen zu weit in den Weg ragenden Dornenast zur Seite oder räumt stolperverdächtige große Steine aus dem Weg. Von Tieren ist nichts zu sehen, aber immerhin zu hören ist Vogelgezwitscher  und angsteinregendes Affengeschrei. Es braucht viel Geschick auf den glitschigen Wegen zu laufen und sich im dicht, zum Teil sehr dunklen, bewachsenen Dschungel fortzubewegen, manchmal auch nur in gebückter Haltung. Die Temperatur ist ideal zum Wandern, perfekt. Was mich daran stört ich eigentlich nur, dass es mich alles stark an das deutsche Wetter erinnert und warum soll ich so weit für ein kühles Wetter reisen?
Es soll hier oft regnen, obwohl ich wieder mal Glück habe und nichts davon sehe.
Ein Kontakt mit dem Boden ließ sich leider nicht vermeiden und meine weiße Trekkinghose war nun braun. Wir erreichten einen Fluss und waren bald am Wandern zwischen Teeplantagen. Das Wandern unter weitem Himmel, auf festen Boden und mit schönen Aussichten kann ich sehr genießen, mehr als Dschungel-Hiking. Wir kommen an einem kleinen Dorf vorbei, das nicht mal eine Straße hat, wozu auch, sie haben auch kein Auto, aber sie grüßen sehr freundlich. Wir wandern an Zucchini-und Wassermelonenplantagen vorbei, während ich an einer Bohne nagte. Wir erreichten eine Teefabrik, später bereute ich, dass ich keine Besichtigung machte, sondern gleich mit einem Taxi, das wir per Anhalter an einer Straße anhielten, zum Dorf zurückfuhren. Wir waren 5 Stunden unterwegs. Ich bin müde.

Hier in Tanah Rata kann man außer Wanderungen und organisierten Trips nicht viel machen. Ich wasche meine vom Trekking dreckige Kleidung im Klo. Laufe durch die Stadt gehe essen und im Internetcafe (2,50Rm /Stunde) surfen. Möchte morgen nach Pengang weiterfahren, sonst sterbe ich noch vor Langeweile. Leider hörte ich auf den Lonely Planet und kaufte bei CS Travel & Tours ein Ticket nach Penang für 22RM. Billiger (18RM)und das gleiche Ticket bekommst du bei Transnational an der Busstation direkt. Habe sowieso das Gefühl das mit jedem ankommenden Auto die Preise steigen. Und es kommen eine Menge Autos an, wegen dem National-Feiertag heute, ich freue mich schon wenn er endlich vorbei ist.

Abends sitze ich wieder auf der Treppe des Hügels mit dem Kindergarten und genieße die Stille.  Später leiste ich im Twin Pine einer Gruppe Engländer Gesellschaft und freue mich das ich alles verstehe.
 

12.Tag - Penang - Samstag 1.9.1 - bekannt für das exzellente Essen

Ein wunderschöne Busfahrt, 6 Stunden lang nach Georgtown auf Pulau Penang und nicht geschlafen, aber eine super Unterhaltung mit Holy aus Canada gehabt, die leider schon in Butterworth ausstieg. Es waren auch viele Deutsche im Bus.
In Georgetown angekommen lernte ich auch Catherine  aus  England kennen. Zusammen machten wir uns auf den Weg zu den Unterkünften Golden Plaza Hostel  und Coral Hostel. Die Dorms im Coral Hostel sahen gemütlicher aus, wir entschieden uns dennoch für  das Plaza Hostel, da die Aufenthalts-Terrasse so lockte. Ich zahlte 8 RM für ein Bett. Catherine  nahm unverständlicherweise ein Doppelbettzimmer, mit Fenster und Airconditioning für 45 RM. Tja die Ansprüche sind halt bei jedem anders.
Ich wollte diesmal keine Zeit verschwenden und erkundete die neue Stadt mit Fotoapparat. Der indische Tempel Sri Mariamman Temple gleich an der Unterkunft erinnert mich an den in Singpore. Den gut besuchten Chinesischen Tempel Kuan Yin Teng konnte ich sogar von innen sehen, doch mehr als der Tempel interessierten mich die Chinesen, die mit Bündeln von Räucherstäbchen jeder Buddhastatue zunickten. Die weiße St.George`s Church gleich nebenan, lasse ich links liegen denn ich wollte endlich mal das Meer sehen.  Ich sehe die schön geschmückte City Hall, an der leider gerade gebaut wurde. Ich sehe Grünflächen, viele Menschen, malaysische Touristen, denke ich,  schlendern durch die Gegend oder sitzen auf der Promenadenmauer. Ich laufe etwas am Meer entlang, dann an der Touristeninformation vorbei, doch die hatte gerade geschlossen und ging dann schnell zur Unterkunft zurück, da ich mich eigentlich mit Catherine  verabredet hatte, doch sie war schon weg. Ich duschte, begab mich in die „Vergnügungsstraße“ Lorong Stewart. Kleinere verlassen Kneipen, an einer befahrenen Straße sehen nicht so einladend aus. Penang ist berühmt wegen dem exzellenten Essen, deshalb spaziere ich, suchend  nach einem schmackhaften und verständlichen Schild, durch China Town, finde jedoch nichts, was mich jetzt anmacht. Nahe der Bushaltestelle an der ich ankam, sah ich eine Shopping Mall. Jeder Stadt sei sie auch so klein und unbedeutend, sie hat sicher eine riesen Shopping Mall. Jeder Essenliebhaber der jetzt erfährt das ich in Penang nur im „Mc Donald“ war, löscht meinen Bericht jetzt spätestens. Die Straßen von Panang sind kleine Gassen, mit alten Häusern, viele Chinesen, und für mich keine Stadt in der ich mich länger aufhalten werde.
Ich durchlaufe ganz Penang, durch dunkle Gasse, an Health Center, das sind „Massagestudios“  vorbei und entlang des Meeres. Obwohl Lonely Planet vor Kriminalität warnt sieht für mich alles sehr friedlich aus.
Ich gehe noch ein Bier trinken während ich meinen nächsten Tag plane.
 

13.Tag - Penang - Sonntag 2.9.1 - Komtar-Building

Mit einem Plätschern erwache ich, es regnet und ich schlafe gemütlich aus. Und auch beim Frühstücken regnet es immer noch. Sämtliche Straßen sind überflutet. Autos fahren dennoch durch die Flüsse und spritzen riesige Wellen. Männer radeln mit hochgezogenen Hosen durchs warme Dreckwasser.(Foto)
Um 11:20 Uhr stehe ich enttäuscht vor einer historischen chinesischen Villa Cheong Fatt Tze Mansion . Um 11 Uhr war die letzte Führung. Verdammt! Den vollen Preis um noch die halbe Führung zu erleben sehe ich nicht ein. Ich laufe zum Komtar-Building (Shopping Center  und das höchste Haus in Georgetown), denn dort ist die Bushaltestelle. Nehme Bus 101 für 80 cent nach Air Itam, denn ich möchte mir den größten Buddhisten Tempel in  Malaysia ansehen, den Kek Lok Si Temple.  Der Busfahrer winkt mich in eine Richtung beim Aussteigen. Ich biege in die nächste Straße und sehe auch schon den tollen riesigen bunten Tempel. (Fotos: 1,2) Doch so nah wir er scheint ist er nicht, zuerst muss man sich die Stufen, zugestellt mit Touristenständen erkämpfen. Es ist dunkel, eng, dreckig, voll und chaotisch. Das Dach ist zugehängt, dass ich mich oft Bücken muss. Vorbei an einem Schildkrötenteich, wieder Stufen, Treppen, Dreck und kranke Bettler, dann sieht man auch schon die erste der 1000 Buddhastatuen. Bunte Dächer, spiegelverkehrte Hackenkreuze und Blumen. Das gefällt mir. Den Buddha Souvenirshop übersehe ich und mache mich auf die oberste Plattform die 2 RM kostet. Herrlicher Ausblick. Das ständige Gongen versetzt mich in eine spirituelle Stimmung (wäre am liebsten doch in den Buddhashop gegangen um mir ein paar Statuen zu kaufen). Einen Turm kann man besteigen, ich genieße die Aussicht und stell mir vor ich wäre Mönch. Asiaten fotografieren mich. Nach einem billigen Mittagessen an einer der Essensstände am Fuß des Berges, gehe ich zum nächsten Ziel, dem Penang Hill. (Vom Tempel weiter gerade aus, an der großen Straße links, gerade aus bis zur T-Kreuzung, dann wieder links und nun nur noch gerade aus.) Auf dem Weg dort hin, den ich nicht so leicht fand, sehe ich ein Straßenzug. Zu Fuß oder mit dem Mofa. Leute feiern irgendetwas. Machen klimpernden Krach mit ihren Blechinstrumenten. Winken mir einladend zu. Was ist das ? Ein Holzkasten ? Ja, ein Sarg! Eine Beerdigung!

Ich sehe den Panang Hill und stelle mich wenig später auch schon an eine Warteschlange. Das Ticker der Schweizer Seilbahn kostet 4 RM. Der Berg ist echt nicht so hoch, aber die überfüllte Bahn fährt so langsam, dass es doch über  eine halbe Stunde nach oben braucht. Wieder einmal habe ich Glück, denn ich habe ein gutes Wetter erwischt und so mit eine wunderschöne Sicht auf Georgetown und der Brücke zum Festland. Oben gibt’s Restaurants und einen BirdPark in den ich wegen schlechten Gewissen gehe, da ich den in Singapore und in KL schon nicht besucht hatte. Dafür das einige wenige große Vögel in Käfigen sitzen, wollten die viel Geld und in 5 Minuten war ich durch. Nicht empfehlenswert, aber ich glaub auch nicht das jemand so blöd ist und in diesen kleinen Garten geht.
Es dauerte nicht lange bis ich mich wieder zum Runterfahren anstellte. Viele Minuten vergingen bis ich endlich in der Bahn war und ich hatte nur einen Stehplatz. Und diese verdammte blöde Schnecken-Bahn hat mich wahnsinnig gemacht, sie ist sooooo langsam, dass ich am liebsten die Seile durchgeschnitten hätte und ich mich ständig gefragt hatte, ob ich nicht besser hätte laufen sollen.

Blöderweise war es Sonntag, und blöderweise komme ich erst heute drauf, dass mir mein Geld ausgeht. Woher soll ich am Sonntag um 19 Uhr Geld besorgen? Ich durchkämmte die Stadt fand nichts, ging wieder zum Komtar-Building, dort meine letzte Chance bei der Maybank für einen schlechten Kurs umzutauschen. Hätte ich mal mehr als 100 DM gewechselt, dachte ich später.
Ich wollte Georgetown verlassen. Lief wieder durch die Straßen, schon ganz erschöpft und suchte nach einem Busticket nach Kota Bharu. Alles schon ausverkauft für die nächsten Tage. Oh nein, der Gedanke, dass ich hier festhänge ist unerträglich. Eigentlich wollte ich ja mit Catherine  gemeinsam mit dem Bus fahren, aber wir hatte uns schon lange nicht mehr gesehen, doch dann treffe ich sie in der Unterkunft. Sie erzählt, dass sie ein Ticket für den Nachtbus heute hat und wo sie es gekauft hat. Ich renne schon zum 3. Mal zum Komtar-Building was 15 Minuten dauert, habe Glück und erhalte noch ein Ticket für den Nachtbus. Warum mit dem Nachtbus? Weil ich mit der ersten Fähre auf die Insel Pulau Perhentian möchte, da es laut Reiseführer schwierig sei ein Bett dort auf der kleinen Insel zu bekommen. Von Kota Bharu aus werde ich mit Catherine  mit einem Taxi zur Anlegestelle Kuala Besut fahren. Aber das später...
Wie immer hatte ich nur noch wenig Zeit meinen Rucksack zu packen, doch alles ging gut und wir bekamen den Bus.
Der Bus (für 22RM) fuhr um 22:30 Uhr ab, rate mal wo? Komtar-Building, richtig.
Es war dunkel, ich mache es mir mit meiner Isomatte auf der Rückbank bequem, doch es poltert wie wild, ich fliege durch die Gegend, hin und her, da die Achse genau unter mit ist.
Doch ich habe es trotzdem geschafft zu schlafen, irgendwie.
Mitten in der Nacht, es könnte so 2 Uhr gewesen sein, weckt mich ein Schlagen und Tösen. Der Motor direkt unter mir, gibt merkwürdige Geräusche von sich. Es hört sich an, als spiele er „Blinde Kuh“, schlägt wild im Rhythmus mit einem Kochlöffel auf einen Topf.  Der Bus hält sofort. Leute schauen neugierig aus den Fenstern. Es ist schwarz und dunkel, keine Lichter weit und breit zu sehen. Ich bin hell wach. Der Busfahrer steigt aus und sieht nach. Dann fährt er langsam weiter, noch immer mit diesem Geräusch. Der Gedanke, das der Motor mich gleich von meinem Sitz schießt ist nicht beruhigend. Das kann ja noch dauern bis wir endlich da sind! Stunden später hört das aggressive Schimpfen des Motors plötzlich auf und es geht weiter, als wäre da nichts gewesen...
 
 

14.Tag - Pulau Perhentian Kencil-Montag 3.9.1-Jurrasic Park

Ich wachte gerade auf, als der Bus anhielt und stieg verschlafen aus. Es war dunkel, kein Wunder es war ja auch erst 3 Uhr Nachts. Alles war ruhig und verschlafen, wie ich. Vereinzelt standen Taxis und warteten auf uns.
Catherine , aus Australien hatte schon zwei Leute angesprochen, die ein Taxi mit uns teilten. Das Taxi kostete für alle 32RM (was schweineteuer ist, was sich später rausstellte) , für mich also 8 RM. Eine weitere Stunde Fahrt, durch Felder und auf schmale unbefahrene Straßen bis wir unser Ziel erreichten. Um 7 Uhr wird die erste Fähre kommen, also noch 2 Stunden. Wieder hatte ich mir so eine Anlegestelle anders vorgestellt. Im Gegenteil, der erwartete Schmutz, Fischgestank  und Hafen blieb aus. Eine große runde Hütte, an den Seiten offen. Jeder Menge Holzbänke und freundlicherweise ein Tisch mit heißem Wasser für Tee, um sich die zwei Stunden warten bis Sonnenaufgang zu versüßen. Wir waren die ersten. Nach und nach kamen immer mehr Leute, wir durften so um die 10 bis 20 gewesen sein. Ich war sehr müde, aber gleichzeitig wach und gespannt. Trank Kaffee. Es wurde nicht viel gesprochen, doch ich mag diese verschlafene Atmosphäre, wenn mehrere Leute mit hässlichen Augenringen und heiserer Stimme, gemeinsam die Nacht durchmachen. Das hat was gemeinschaftliches, menschliches.
Eine Frau, die uns auch mit Getränken versorgte, verkaufte die Tickets. Die Schnellboote waren etwas teurer(60 RM), aber wer hätte es gedacht, dafür auch schneller als die Slowboats, aber vor allem hätte ich auf das erste Slowboat zwei Stunden länger warten müssen.
Langsam und herrlich ging die Sonne auf und ich sah endlich das Meer, die Anlegestelle und die Boote.
Ein kleines zweimotoriges Motorboot, wurde mit unseren Rucksäcken beladen.
Danach balancierten wir Dutzend vom Steg in das wackelige Boot.
Das Meer. Spiegelglatt, große bunte Schiffe schaukeln ausgedient am Ufer. Die gerade aufgegangene Sonne macht ein bezauberndes Licht.  Das Boot rast steil, hüpfend und polternd über das Wasser, welches wie luftgefüllte Seide aussieht sieht. Die salzige Luft bläst mir ins Gesicht. Die Motoren waren zu laut um sich zu unterhalten und die Leute halten sie lieber am Rand des Bootes fest. Kleine verlassene Inselgruppen sind auch im schönen Licht zusehen, und wieder einmal mehr ärger ich mich, dass ich mein Foto nicht griffbereit habe, den diese Fahrt war einer der schönsten Momente meiner Reise.
Die Inseln, die wir passierten sind sehr bergig und mit Palmen und Dschungel stark bewachsen. Und auch als ich meine Insel (Pulau Perhentian Kencil) sehe, bin ich überrascht von den kleinen Streifen Strand inmitten des gut gewachsenen Dschungels. Ich nannte sie Jurrasic Park. Die erste Bucht, die wir nach 45 Minuten erreichten war Coral Bay, dann Pasir Petani und schließlich Long Beach. Wir wurden von (Wasser-)Taxis abgeholt, die noch mal 2 RM für den Transport zum Festland wollten. Der Strand war kleiner als ich dachte. Irgendwie hatte ich doch immer Mallorca im Kopf, aber das ist zum Glück kein Vergleich. Mir fiel jetzt schon der weiße Sand und das klare Wasser auf. Unter uns 6 Verbliebenen herrscht Pionierstimmung, jeder rannte in eine andere Richtung zu einer anderen Unterkunft. Überall wo man hinschaut sind winzige Bungalows zu sehen. So gut wie jeder bekam ein Schreck wie sehr die Bungalows und die Anlagen „basic“ sind und wie hoch die Preise sind, denn sie wollen durchschnittlich 40RM für eine kleine Hütte mit Doppelbett und einer gemeinschaftlichen „Grube“, das Wort Toilette ist einfach zu gut um es hier hinzuschreiben. Hatte sogar jemand getroffen der eine Schlange in der Toilette seiner Herberge begegnete. Nach langem Suchen,  fand ich die billigste Hütte für 20 RM auf einem Hügel mit schöner Aussicht. Im Lonely Planet wurde diese Anlage als Rock Garden ausgeschrieben, doch ein Schild sah ich nicht.
Die, aus Brettern gezimmerte, Hütte war wirklich sehr einfach und das dünne Stroh-Dach, hatte Löcher an den Seiten. Zum Glück hatte es nie geregnet. Ich sah eine Eidechsenfamilie, wie sie in meinem Zimmer waren und durch das Loch im Dach auf die Außenwand flüchteten. Als ich den Jungen von der Rezeption holte, um ihn diese zu zeigen, versicherte er mir das es nur Geckos sind. Wenn das wirklich Geckos waren, dann waren das Riesengeckos, mit ihren fast 20cm Länge.
Der Ausdruck Jurrasic Park ist  sehr treffend, den auf meinem Hügel wimmelt es nur von Tieren. Warane flüchteten, wenn sie mich sahen und Eichhörnchen hüpften Nachts auf meinem Dach. ICH HOFFE DAS WAREN EICHHÖRNCHEN!
Mit Catherine , die ich ab und zu traf, wanderte ich zur gegenüberliegenden Seite zum  Coral Bay, das nur einige Gehminuten entfernt ist. Riesige 2m lange Warane kreuzten unseren schwer zu findenden Trampelpfad. Warane (in englisch monitor-lizards) sehen aus wie eine Mischung aus Eidechse und Krokodil und haben zum Glück genau soviel Angst vor mir wie umgekehrt. Die Einheimischen Klatschen in die Hände um sie zu verscheuchen, das Tat ich auch nachdem Pfeifen nicht wirklich gut funktionierte.
Coral Bay, ein etwas kleinerer felsiger Strand mit schlechten Bademöglichkeiten wegen den Korallen. Die Bungalows und Häuser machen einen sehr gepflegten Eindruck und sind auch preiswerter.
Nach einem Mittagsschlaf, (wegen der kurzen Nacht), ging ich in die Badewanne, ich meine im lauwarmen Meer baden. Das Wasser ist so klar, dass ich es trinken möchte. Die Sonne so heiß, dass ich am liebsten immer im Wasser geblieben wäre.
Abends gibt es die Möglichkeit den „Faulenzer-Tag“ in den vielen Strandbars ausklingen zu lassen und unvernünftigen bleichen Engländer mit Sonnen-Verbrennungen zu begutachten.
 

15.Tag - Pulau Perhentian Kencil - Dienstag 4.9.1 - Ohne Moos nix los

Morgens früh aufgestanden, trotz Tierlärm wunderbar geschlafen. Ich checke aus und der Rezeptionsjunge verlangt nur noch 15 RM statt 20 RM für die Nacht. Ein Versehen ?
Mit Rucksack mache ich mich schwitzend auf dem Weg zur Coral Bay und finde dort, wer hätte es gedacht, eine Dorm. Der einzige Schlafraum auf der Insel. Diesmal sind Männer und Frauen getrennt und in meinem 20 Betten Schlafraum war ich der einzige, mal abgesehen von einer Katzenfamilie, die auf den  Betten hüpfte oder meinen Rucksack ausräumen wollten. Also eine riesen Palast für mich allein, und auch nur für 15 RM. Coral View Island Resort war glaube ich der Name, es befindet sich ganz Außen hinter einem großem Schild. Und auch die sanitären Anlagen, waren super und benutzbar.

Nun hatte ich ein Geldproblem. Ich konnte nirgends auf der Insel TavellerChecks wechseln, kramte meine letzten 60 Singapore Dollar zusammen und wechselte 111 RM. Auf den Cent genau rechnete ich mir aus was ich mir leisten kann und was nicht. Zum Beispiel eine Schnorchelausrüstung. Am Besten kann man hier hinter meinem Ressort Schnorcheln. Dort sah ich bunte Fische, glitschige Raupen und natürlich Korallen. Mein Highlight jedoch war der Blickkontakt mit einem halben Meter großen Hai. Auch hier gilt wieder : gegenseitiger Respekt. Warum sollte er mich einen „2m Fisch“ angreifen ? Obwohl da wirklich nichts passieren kann, war das ein komisches Gefühl, muss ich zugeben.

Zum ersten Mal war es richtig langweilig alleine. Es war schwer Leute kennen zu lernen, da mein Schlafsaal leer war und die Leute Bungalows, wie es scheint, bevorzugen. Die meisten Leute machten einen Tauchschein und von so viel Geld konnte ich nur träumen in meiner blöden Situation gerade.
Die Sonne knallte hemmungslos auf die kleine Insel, die nur wenig Schattenplätze hat, als wolle sie die Touristen wegbrennen. Es war sooo heiß. So bleibt einem nur das Sitzen in einer der Strandcafes, um ein Buch zu lesen oder mit Trinken Geld auszugeben. Schwimmen ist sehr angenehm, obwohl das Wasser relativ flach ist. Und unbedingt ein T-Shirt anlassen! Selbst mit großen Vorsichtsmaßnahmen konnte ich einen kleinen Sonnenbrand an dem Fußspann und im Nacken nicht vermeiden.
Abends spielte ich Volleyball, trank Ananassaft und schaute mir einen Film in einem Strandcafe an. Die Leute gehen früh ins Bett, denn wenn es dunkel ist, ist es dunkel. Aufregend ist es Nachts vom Long Beach mit Taschenlampe wieder zum Coralbeach durch den Dschungel zu laufen. Ich brauchte fast eine halbe Stunde dafür. Bei jedem Knistern machte ich laute Geräusche. Jetzt bloß nicht an Schlangen, Spinnen und Warane denken.
Ein sehr schöner Tag ging vorüber und ich freute mich schon darauf die Insel am nächsten Tag zu verlassen, endlich wieder Geld wechseln zu können, in FastFood Restaurants zu gehen und Touris aber auch Einheimische kennen zu lernen. Hier zu leben würde mich umbringen.
 

16.Tag - Kota Bharu - Mittwoch 5.9.1 - Lächelnde Moslems

Nachts hatte es wild geregnet und Blitze krachten in meiner Umgebung. Zum Glück war ich nicht mehr in dem kleinen Bungalow, sondern in einem stabilen regensicherem Haus und so schlief ich deshalb  trotzdem hervorragend. Noch einmal ging ich Frühstücken und Baden an der Longbeach, bis es Zeit war meine Tasche wieder zu Packen.
Nachdem ich mich an der Rezeption informiert hatte ging ich zum Steg, gleich hier am Hotel. Der Steg hat den Vorteil das ich kein Boot-Taxi für 2 RM brauche, da ich direkt ins Boot steigen kann. Doch leider kam kein Boot um 15 :30 Uhr und ich wartete. Habe ich den Mann an der Rezeption vielleicht nicht verstanden ? Fast eine halbe Stunde später winkte mich jemand vom entfernten Strand zu. Ich rannte mit meinem schweren Rucksack zum Strand und fragte nach dem Boot. Er sagte ich solle warten, er wird telefonieren. Ich wartete kurz. Dann sah ich das Boot schon kommen und am Steg halten. Toll, jetzt stand ich hier am Strand! Zu Fuß schaffe ich das nicht mehr. Der Taximann winkte und gab Zeichen und war so „freundlich“ mich für 2 RM zum Boot zu fahren. Bevor er mich rauslässt wartet er auf offener See bis ich zahlte.  Etwas gefrustet über den Taxifahrer, stieg ich schließlich um und genoss wieder eine schöne Fahrt auf dem blauen Wasser in dem sich die Sonne spiegelte und die grünen Inseln drin badeten. Als ich an der Anlegestelle ankam, hatte ich wieder Pech, es war keiner da mit dem ich ein Taxi teilen könnte. Eigentlich wollte ich über Jerteh nach Kuala Terengganu, doch die Taxifahrer sagten mir das ich von Jerteh an einem Public Holiday nicht mehr weiterkomme und so blieb mir nur das etwas weiter entfernte  Kota Bharu, das ich eigentlich unbesichtigt lassen wollte. Wie sich später herausstellte war gar kein Public Holiday. Schon zum 2 Mal an diesem Tag wurde ich verarscht.
Ich nehme also alleine ein Taxi für 24 RM (anstatt 32RM bei der Hinfahrt) nach Kota Bharu.
Der Taxifahrer war nett und fährt mich bis vor die Haustür von KB Backpackers Lodge. Ein Dormbett kostete 8 RM.  Mit Karte bewaffnet laufe ich durch die Straßen des zuerst weniger beeindruckenden Kota Bharu bis zum Fluss Sungai Kelantan, der der braunste Fluss schlechthin ist. Am besten  und für mich eine Reise nach KB wert, gefällt mir jedoch die verhüllten Mädchen, die wahnsinnig nett lächeln und kichern wenn sie mich sehen. Ich fragte zwei Mädchen, ob ich sie fotografieren dürfe und sie kicherten und tuschelten, als ich es schon aufgab machten sie plötzlich diszipliniert eine Pose, rückten mit ihren Köpfen zusammen und lächelten wie Models. Ein schönes Bild.

Es gibt einen günstigen Platz zum Email schreiben. Neben dem MCDonald zwischen den Straßen Pintu Pong und Padang Garong.  Für 2RM die Stunde schreibe ich meine Emails. Plötzlich hörte ich ein Geräusch welches immer lauter wurde, es piepse und zwitscherte. Es hörte sich an wie  ein Straßenzug oder zu mindest wie Lärm auf der Straße. Ich musste meine Neugier befriedigen und verließ das Gebäude. Überall schwarze Vögel ! Der ganze Platz. Auf den Häuserfassaden, saßen tausende von Vögeln aufgestellt in einer Reihe auf den schmalen Kanten und zwitscherten was das Zeug hält. Wo kamen die alle her?  Links und rechts, auf den Bäumen, Masten und Leitungen, auch die nächsten Straßen bis zurück zum Hotel, wie die Kulissen zu einem Hitchcock-Film. Ein beeindruckendes Schauspiel welches ich nicht vergessen werde.

Meine Herberge gefällt mir sehr gut und ich treffe dort viele Leute und bin wieder , nach meinem Inselaufenthalt, überrascht wie schnell das geht. Treffe einen Gitarrespieler aus Dänemark mit dem ich etwas Gitarre spielte, einen Medizinstudent aus Deutschland und die Sin Ton aus Hong Kong. Gemeinsam gehen wir Abends auf dem Night-Market essen. Viele kleine Stände mit Getümmel von Leuten die rumstehen oder sitzen. Überwiegend Männer, die Frauen sind schon zuhause.  Ich esse für wenig Geld scharfes Hünchen und blauen Reis dazu. Der Reis ist eine Spezialität von Kota Bahru, ursprünglich mit Blüten gefärbt, aber inzwischen mit Farbstoff. Einen Unterschied schmecke ich aber nicht.  Die Jungs gehen zurück in die Lodge, um sich einen Film anzuschauen. Ich gehe mit Sin Ton auf die Suche nach einem Lokal, einer Kneipe, aber es ist nichts zu finden hier in der Moslem-Stadt. Eine Stadt ohne Alkohol, Diskos und Kneipen, so bleibt uns nichts anderes übrig und wir gehen also zum McDonald.
Wir waren die einzigen im Restaurant, tranken Cola und sie erzählte mir von Hong Kong und von Chinesen. Sie bestätigte mir die Sachen die ich schon über die „kalten“ Chinesen hörte.  Selbst ihr Vater der für mehrere Monate auf Geschäftsreise ging verabschiedete sich ohne Gefühle zu zeigen, ohne Umarmung oder Geste. Sie findet das auch traurig und nur allzu schnell macht sie aus Gewohnheit das gleiche, erzählte sie mir. Sie arbeitet in einer Internationalen Textilienfabrik, hat auch mit Deutschen zu tun und schmunzelt über die eigensinnige englische Grammatik der Deutschen. Sin Ton  ist übrigens schon 38 Jahre alt, obwohl sie aussieht wie 20.
Nach einem ganz langem Gespräch gingen wir zurück zur Herberge, unterhielten uns mit den anderen und ich spielte ein deutsches Lied auf der Gitarre.
 

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