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11.Tag - Cameron Highlands - Freitag
31.8.1 - keine Tiere im Dschungel aber Lesslie Nealson
Nach einer wunderbaren angenehmen kühlen Nacht mit Wolldecke
wurde ich von meinem Wecker um 7:30 Uhr geweckt. Ein herrlicher Morgen. Ich
habe einen Pulli an. Richard erinnert mich an Lesslie Nealson von Nackte
Kanone. Er ist sehr witzig und lacht viel, leider meist alleine, da ich ihn mit
seinem Akzent so gut wie nie verstehe und er auch, ohne Rücksicht, ob ich
ihn verstehe, munter vor sich hin erzählt. Ihn folgend laufe ich auf
einem federnden Mossboden, bestückt mit rutschigen Ästen und
auch Matsch. Die Schilder(?) falls man sie so nennen kann, sind
lächerlich. Viele kleine Wege und Möglichkeiten und dann mal wieder
ein farbiger Pfeiler im Boden, der sehr unregelmäßig und selten den
Weg markieren soll. Kein Wunder, dass hier schon mehrere Wanderer verloren
gegangen sind und erst Tage später zurück kamen. Freue mich, dass ich
nicht alleine bin. Richard kennt jeden kleinen Weg und vorbildlich pflegt er
ihn. Hin und wieder knickt er dort einen zu weit in den Weg ragenden Dornenast
zur Seite oder räumt stolperverdächtige große Steine aus dem
Weg. Von Tieren ist nichts zu sehen, aber immerhin zu hören ist
Vogelgezwitscher und angsteinregendes Affengeschrei. Es braucht viel
Geschick auf den glitschigen Wegen zu laufen und sich im dicht, zum Teil sehr
dunklen, bewachsenen Dschungel fortzubewegen, manchmal auch nur in
gebückter Haltung. Die Temperatur ist ideal zum Wandern, perfekt. Was mich
daran stört ich eigentlich nur, dass es mich alles stark an das deutsche
Wetter erinnert und warum soll ich so weit für ein kühles Wetter
reisen? Es soll hier oft regnen, obwohl ich wieder mal Glück habe und
nichts davon sehe. Ein Kontakt mit dem Boden ließ sich leider nicht
vermeiden und meine weiße Trekkinghose war nun braun. Wir erreichten
einen Fluss und waren bald am Wandern zwischen Teeplantagen. Das Wandern unter weitem Himmel, auf
festen Boden und mit schönen Aussichten kann ich sehr genießen, mehr
als Dschungel-Hiking. Wir kommen an einem kleinen Dorf vorbei, das nicht mal
eine Straße hat, wozu auch, sie haben auch kein Auto, aber sie
grüßen sehr freundlich. Wir wandern an Zucchini-und
Wassermelonenplantagen vorbei, während ich an einer Bohne nagte. Wir
erreichten eine Teefabrik, später bereute ich, dass ich keine Besichtigung
machte, sondern gleich mit einem Taxi, das wir per Anhalter an einer
Straße anhielten, zum Dorf zurückfuhren. Wir waren 5 Stunden
unterwegs. Ich bin müde.
Hier in Tanah Rata kann man außer Wanderungen und
organisierten Trips nicht viel machen. Ich wasche meine vom Trekking dreckige
Kleidung im Klo. Laufe durch die Stadt gehe essen und im Internetcafe (2,50Rm
/Stunde) surfen. Möchte morgen nach Pengang weiterfahren, sonst sterbe ich
noch vor Langeweile. Leider hörte ich auf den Lonely Planet und kaufte bei
CS Travel & Tours ein Ticket nach Penang für 22RM. Billiger (18RM)und
das gleiche Ticket bekommst du bei Transnational an der Busstation direkt. Habe
sowieso das Gefühl das mit jedem ankommenden Auto die Preise steigen. Und
es kommen eine Menge Autos an, wegen dem National-Feiertag heute, ich freue
mich schon wenn er endlich vorbei ist.
Abends sitze ich wieder auf der Treppe des Hügels mit dem
Kindergarten und genieße die Stille. Später leiste ich im Twin
Pine einer Gruppe Engländer Gesellschaft und freue mich das ich alles
verstehe.
12.Tag - Penang - Samstag 1.9.1 -
bekannt für das exzellente Essen
Ein wunderschöne Busfahrt, 6 Stunden lang nach Georgtown auf
Pulau Penang und nicht geschlafen, aber eine super Unterhaltung mit Holy aus
Canada gehabt, die leider schon in Butterworth ausstieg. Es waren auch viele
Deutsche im Bus. In Georgetown angekommen lernte ich auch Catherine
aus England kennen. Zusammen machten wir uns auf den Weg zu den
Unterkünften Golden Plaza Hostel und Coral Hostel. Die Dorms im
Coral Hostel sahen gemütlicher aus, wir entschieden uns dennoch
für das Plaza Hostel, da die Aufenthalts-Terrasse so lockte. Ich
zahlte 8 RM für ein Bett. Catherine nahm unverständlicherweise
ein Doppelbettzimmer, mit Fenster und Airconditioning für 45 RM. Tja die
Ansprüche sind halt bei jedem anders. Ich wollte diesmal keine Zeit
verschwenden und erkundete die neue Stadt mit Fotoapparat. Der indische Tempel
Sri Mariamman Temple gleich an der Unterkunft erinnert mich an den in Singpore.
Den gut besuchten Chinesischen Tempel Kuan Yin Teng
konnte ich sogar von innen sehen, doch mehr als der Tempel interessierten
mich die Chinesen, die mit Bündeln von Räucherstäbchen jeder
Buddhastatue zunickten. Die weiße St.George`s Church gleich nebenan,
lasse ich links liegen denn ich wollte endlich mal das Meer sehen. Ich
sehe die schön geschmückte City Hall, an der leider gerade gebaut
wurde. Ich sehe Grünflächen, viele Menschen, malaysische Touristen,
denke ich, schlendern durch die Gegend oder sitzen auf der
Promenadenmauer. Ich laufe etwas am Meer entlang, dann an der
Touristeninformation vorbei, doch die hatte gerade geschlossen und ging dann
schnell zur Unterkunft zurück, da ich mich eigentlich mit Catherine
verabredet hatte, doch sie war schon weg. Ich duschte, begab mich in die
Vergnügungsstraße Lorong Stewart. Kleinere verlassen
Kneipen, an einer befahrenen Straße sehen nicht so einladend aus. Penang
ist berühmt wegen dem exzellenten Essen, deshalb spaziere ich,
suchend nach einem schmackhaften und verständlichen Schild, durch
China Town, finde jedoch nichts, was mich jetzt anmacht. Nahe der
Bushaltestelle an der ich ankam, sah ich eine Shopping Mall. Jeder Stadt sei
sie auch so klein und unbedeutend, sie hat sicher eine riesen Shopping Mall.
Jeder Essenliebhaber der jetzt erfährt das ich in Penang nur im Mc
Donald war, löscht meinen Bericht jetzt spätestens. Die
Straßen von Panang sind kleine Gassen, mit alten Häusern, viele
Chinesen, und für mich keine Stadt in der ich mich länger aufhalten
werde. Ich durchlaufe ganz Penang, durch dunkle Gasse, an Health Center,
das sind Massagestudios vorbei und entlang des Meeres. Obwohl
Lonely Planet vor Kriminalität warnt sieht für mich alles sehr
friedlich aus. Ich gehe noch ein Bier trinken während ich meinen
nächsten Tag plane.
13.Tag - Penang - Sonntag 2.9.1 -
Komtar-Building
Mit einem Plätschern erwache ich, es regnet und ich schlafe
gemütlich aus. Und auch beim Frühstücken regnet es immer noch.
Sämtliche Straßen sind überflutet. Autos fahren dennoch durch
die Flüsse und spritzen riesige Wellen. Männer radeln mit
hochgezogenen Hosen durchs warme Dreckwasser.(Foto) Um 11:20 Uhr stehe ich enttäuscht
vor einer historischen chinesischen Villa Cheong Fatt Tze Mansion . Um 11 Uhr
war die letzte Führung. Verdammt! Den vollen Preis um noch die halbe
Führung zu erleben sehe ich nicht ein. Ich laufe zum Komtar-Building
(Shopping Center und das höchste Haus in Georgetown), denn dort ist
die Bushaltestelle. Nehme Bus 101 für 80 cent nach Air Itam, denn ich
möchte mir den größten Buddhisten Tempel in Malaysia
ansehen, den Kek Lok Si Temple. Der Busfahrer winkt mich in eine Richtung
beim Aussteigen. Ich biege in die nächste Straße und sehe auch schon
den tollen riesigen bunten Tempel. (Fotos: 1,2) Doch so nah wir er scheint ist er nicht, zuerst
muss man sich die Stufen, zugestellt mit Touristenständen erkämpfen.
Es ist dunkel, eng, dreckig, voll und chaotisch. Das Dach ist zugehängt,
dass ich mich oft Bücken muss. Vorbei an einem Schildkrötenteich,
wieder Stufen, Treppen, Dreck und kranke Bettler, dann sieht man auch schon die
erste der 1000 Buddhastatuen. Bunte Dächer, spiegelverkehrte Hackenkreuze
und Blumen. Das gefällt mir. Den Buddha Souvenirshop übersehe ich und
mache mich auf die oberste Plattform die 2 RM kostet. Herrlicher Ausblick. Das
ständige Gongen versetzt mich in eine spirituelle Stimmung (wäre am
liebsten doch in den Buddhashop gegangen um mir ein paar Statuen zu kaufen).
Einen Turm kann man besteigen, ich genieße die Aussicht und stell mir vor
ich wäre Mönch. Asiaten fotografieren mich. Nach einem billigen
Mittagessen an einer der Essensstände am Fuß des Berges, gehe ich
zum nächsten Ziel, dem Penang Hill. (Vom Tempel weiter gerade aus, an der
großen Straße links, gerade aus bis zur T-Kreuzung, dann wieder
links und nun nur noch gerade aus.) Auf dem Weg dort hin, den ich nicht so
leicht fand, sehe ich ein Straßenzug. Zu Fuß oder mit dem Mofa.
Leute feiern irgendetwas. Machen klimpernden Krach mit ihren Blechinstrumenten.
Winken mir einladend zu. Was ist das ? Ein Holzkasten ? Ja, ein Sarg!
Eine Beerdigung!
Ich sehe den Panang Hill und stelle mich wenig später auch
schon an eine Warteschlange. Das Ticker der Schweizer Seilbahn kostet 4 RM. Der
Berg ist echt nicht so hoch, aber die überfüllte Bahn fährt so
langsam, dass es doch über eine halbe Stunde nach oben braucht.
Wieder einmal habe ich Glück, denn ich habe ein gutes Wetter erwischt und
so mit eine wunderschöne Sicht auf Georgetown und der Brücke zum
Festland. Oben gibts Restaurants und einen BirdPark in den ich wegen
schlechten Gewissen gehe, da ich den in Singapore und in KL schon nicht besucht
hatte. Dafür das einige wenige große Vögel in Käfigen
sitzen, wollten die viel Geld und in 5 Minuten war ich durch. Nicht
empfehlenswert, aber ich glaub auch nicht das jemand so blöd ist und in
diesen kleinen Garten geht. Es dauerte nicht lange bis ich mich wieder zum
Runterfahren anstellte. Viele Minuten vergingen bis ich endlich in der Bahn war
und ich hatte nur einen Stehplatz. Und diese verdammte blöde
Schnecken-Bahn hat mich wahnsinnig gemacht, sie ist sooooo langsam, dass ich am
liebsten die Seile durchgeschnitten hätte und ich mich ständig
gefragt hatte, ob ich nicht besser hätte laufen sollen.
Blöderweise war es Sonntag, und blöderweise komme ich
erst heute drauf, dass mir mein Geld ausgeht. Woher soll ich am Sonntag um 19
Uhr Geld besorgen? Ich durchkämmte die Stadt fand nichts, ging wieder zum
Komtar-Building, dort meine letzte Chance bei der Maybank für einen
schlechten Kurs umzutauschen. Hätte ich mal mehr als 100 DM gewechselt,
dachte ich später. Ich wollte Georgetown verlassen. Lief wieder durch
die Straßen, schon ganz erschöpft und suchte nach einem Busticket
nach Kota Bharu. Alles schon ausverkauft für die nächsten Tage. Oh
nein, der Gedanke, dass ich hier festhänge ist unerträglich.
Eigentlich wollte ich ja mit Catherine gemeinsam mit dem Bus fahren, aber
wir hatte uns schon lange nicht mehr gesehen, doch dann treffe ich sie in der
Unterkunft. Sie erzählt, dass sie ein Ticket für den Nachtbus heute
hat und wo sie es gekauft hat. Ich renne schon zum 3. Mal zum Komtar-Building
was 15 Minuten dauert, habe Glück und erhalte noch ein Ticket für den
Nachtbus. Warum mit dem Nachtbus? Weil ich mit der ersten Fähre auf die
Insel Pulau Perhentian möchte, da es laut Reiseführer schwierig sei
ein Bett dort auf der kleinen Insel zu bekommen. Von Kota Bharu aus werde ich
mit Catherine mit einem Taxi zur Anlegestelle Kuala Besut fahren. Aber
das später... Wie immer hatte ich nur noch wenig Zeit meinen Rucksack
zu packen, doch alles ging gut und wir bekamen den Bus. Der Bus (für
22RM) fuhr um 22:30 Uhr ab, rate mal wo? Komtar-Building, richtig. Es war
dunkel, ich mache es mir mit meiner Isomatte auf der Rückbank bequem, doch
es poltert wie wild, ich fliege durch die Gegend, hin und her, da die Achse
genau unter mit ist. Doch ich habe es trotzdem geschafft zu schlafen,
irgendwie. Mitten in der Nacht, es könnte so 2 Uhr gewesen sein, weckt
mich ein Schlagen und Tösen. Der Motor direkt unter mir, gibt
merkwürdige Geräusche von sich. Es hört sich an, als spiele er
Blinde Kuh, schlägt wild im Rhythmus mit einem Kochlöffel
auf einen Topf. Der Bus hält sofort. Leute schauen neugierig aus den
Fenstern. Es ist schwarz und dunkel, keine Lichter weit und breit zu sehen. Ich
bin hell wach. Der Busfahrer steigt aus und sieht nach. Dann fährt er
langsam weiter, noch immer mit diesem Geräusch. Der Gedanke, das der Motor
mich gleich von meinem Sitz schießt ist nicht beruhigend. Das kann ja
noch dauern bis wir endlich da sind! Stunden später hört das
aggressive Schimpfen des Motors plötzlich auf und es geht weiter, als
wäre da nichts gewesen...
14.Tag - Pulau Perhentian
Kencil-Montag 3.9.1-Jurrasic Park
Ich wachte gerade auf, als der Bus anhielt und stieg verschlafen
aus. Es war dunkel, kein Wunder es war ja auch erst 3 Uhr Nachts. Alles war
ruhig und verschlafen, wie ich. Vereinzelt standen Taxis und warteten auf uns.
Catherine , aus Australien hatte schon zwei Leute angesprochen, die ein
Taxi mit uns teilten. Das Taxi kostete für alle 32RM (was schweineteuer
ist, was sich später rausstellte) , für mich also 8 RM. Eine weitere
Stunde Fahrt, durch Felder und auf schmale unbefahrene Straßen bis wir
unser Ziel erreichten. Um 7 Uhr wird die erste Fähre kommen, also noch 2
Stunden. Wieder hatte ich mir so eine Anlegestelle anders vorgestellt. Im
Gegenteil, der erwartete Schmutz, Fischgestank und Hafen blieb aus. Eine
große runde Hütte, an den Seiten offen. Jeder Menge Holzbänke
und freundlicherweise ein Tisch mit heißem Wasser für Tee, um sich
die zwei Stunden warten bis Sonnenaufgang zu versüßen. Wir waren die
ersten. Nach und nach kamen immer mehr Leute, wir durften so um die 10 bis 20
gewesen sein. Ich war sehr müde, aber gleichzeitig wach und gespannt.
Trank Kaffee. Es wurde nicht viel gesprochen, doch ich mag diese verschlafene
Atmosphäre, wenn mehrere Leute mit hässlichen Augenringen und
heiserer Stimme, gemeinsam die Nacht durchmachen. Das hat was
gemeinschaftliches, menschliches. Eine Frau, die uns auch mit
Getränken versorgte, verkaufte die Tickets. Die Schnellboote waren etwas
teurer(60 RM), aber wer hätte es gedacht, dafür auch schneller als
die Slowboats, aber vor allem hätte ich auf das erste Slowboat zwei
Stunden länger warten müssen. Langsam und herrlich ging die Sonne
auf und ich sah endlich das Meer, die Anlegestelle und die Boote. Ein
kleines zweimotoriges Motorboot, wurde mit unseren Rucksäcken beladen.
Danach balancierten wir Dutzend vom Steg in das wackelige Boot. Das
Meer. Spiegelglatt, große bunte Schiffe schaukeln ausgedient am Ufer. Die
gerade aufgegangene Sonne macht ein bezauberndes Licht. Das Boot rast
steil, hüpfend und polternd über das Wasser, welches wie
luftgefüllte Seide aussieht sieht. Die salzige Luft bläst mir ins
Gesicht. Die Motoren waren zu laut um sich zu unterhalten und die Leute halten
sie lieber am Rand des Bootes fest. Kleine verlassene Inselgruppen sind auch im
schönen Licht zusehen, und wieder einmal mehr ärger ich mich, dass
ich mein Foto nicht griffbereit habe, den diese Fahrt war einer der
schönsten Momente meiner Reise. Die Inseln, die wir passierten sind
sehr bergig und mit Palmen und Dschungel stark bewachsen. Und auch als ich
meine Insel (Pulau Perhentian Kencil) sehe, bin ich überrascht von den
kleinen Streifen Strand inmitten des gut gewachsenen Dschungels. Ich nannte sie
Jurrasic Park. Die erste Bucht, die wir nach 45 Minuten erreichten war Coral
Bay, dann Pasir Petani und schließlich Long
Beach. Wir wurden von (Wasser-)Taxis abgeholt, die noch mal 2 RM für
den Transport zum Festland wollten. Der Strand war kleiner als ich dachte.
Irgendwie hatte ich doch immer Mallorca im Kopf, aber das ist zum Glück
kein Vergleich. Mir fiel jetzt schon der weiße Sand und das klare Wasser
auf. Unter uns 6 Verbliebenen herrscht Pionierstimmung, jeder rannte in eine
andere Richtung zu einer anderen Unterkunft. Überall wo man hinschaut sind
winzige Bungalows zu sehen. So gut wie jeder bekam ein Schreck wie sehr die
Bungalows und die Anlagen basic sind und wie hoch die Preise sind,
denn sie wollen durchschnittlich 40RM für eine kleine Hütte mit
Doppelbett und einer gemeinschaftlichen Grube, das Wort Toilette
ist einfach zu gut um es hier hinzuschreiben. Hatte sogar jemand getroffen der
eine Schlange in der Toilette seiner Herberge begegnete. Nach langem
Suchen, fand ich die billigste Hütte
für 20 RM auf einem Hügel mit schöner Aussicht. Im Lonely Planet
wurde diese Anlage als Rock Garden ausgeschrieben, doch ein Schild sah ich
nicht. Die, aus Brettern gezimmerte, Hütte war wirklich sehr einfach
und das dünne Stroh-Dach, hatte Löcher an den Seiten. Zum Glück
hatte es nie geregnet. Ich sah eine Eidechsenfamilie, wie sie in meinem Zimmer
waren und durch das Loch im Dach auf die Außenwand flüchteten. Als
ich den Jungen von der Rezeption holte, um ihn diese zu zeigen, versicherte er
mir das es nur Geckos sind. Wenn das wirklich Geckos waren, dann waren das
Riesengeckos, mit ihren fast 20cm Länge. Der Ausdruck Jurrasic Park
ist sehr treffend, den auf meinem Hügel wimmelt es nur von Tieren.
Warane flüchteten, wenn sie mich sahen und Eichhörnchen hüpften
Nachts auf meinem Dach. ICH HOFFE DAS WAREN EICHHÖRNCHEN! Mit
Catherine , die ich ab und zu traf, wanderte ich zur gegenüberliegenden
Seite zum Coral Bay, das nur einige Gehminuten entfernt ist. Riesige 2m
lange Warane kreuzten unseren schwer zu findenden Trampelpfad. Warane (in
englisch monitor-lizards) sehen aus wie eine Mischung aus Eidechse und Krokodil
und haben zum Glück genau soviel Angst vor mir wie umgekehrt. Die
Einheimischen Klatschen in die Hände um sie zu verscheuchen, das Tat ich
auch nachdem Pfeifen nicht wirklich gut funktionierte. Coral Bay, ein etwas
kleinerer felsiger Strand mit schlechten Bademöglichkeiten wegen den
Korallen. Die Bungalows und Häuser machen einen sehr gepflegten Eindruck
und sind auch preiswerter. Nach einem Mittagsschlaf, (wegen der kurzen
Nacht), ging ich in die Badewanne, ich meine im lauwarmen Meer baden. Das
Wasser ist so klar, dass ich es trinken möchte. Die Sonne so heiß,
dass ich am liebsten immer im Wasser geblieben wäre. Abends gibt es
die Möglichkeit den Faulenzer-Tag in den vielen Strandbars
ausklingen zu lassen und unvernünftigen bleichen Engländer mit
Sonnen-Verbrennungen zu begutachten.
15.Tag - Pulau Perhentian Kencil -
Dienstag 4.9.1 - Ohne Moos nix los
Morgens früh aufgestanden, trotz Tierlärm wunderbar
geschlafen. Ich checke aus und der Rezeptionsjunge verlangt nur noch 15 RM
statt 20 RM für die Nacht. Ein Versehen ? Mit Rucksack mache ich mich
schwitzend auf dem Weg zur Coral Bay und finde dort, wer hätte es gedacht,
eine Dorm. Der einzige Schlafraum auf der Insel. Diesmal sind Männer und
Frauen getrennt und in meinem 20 Betten Schlafraum war ich der einzige, mal
abgesehen von einer Katzenfamilie, die auf den Betten hüpfte oder
meinen Rucksack ausräumen wollten. Also eine riesen Palast für mich
allein, und auch nur für 15 RM. Coral View Island Resort war glaube ich
der Name, es befindet sich ganz Außen hinter einem großem Schild.
Und auch die sanitären Anlagen, waren super und benutzbar.
Nun hatte ich ein Geldproblem. Ich konnte nirgends auf der Insel
TavellerChecks wechseln, kramte meine letzten 60 Singapore Dollar zusammen und
wechselte 111 RM. Auf den Cent genau rechnete ich mir aus was ich mir leisten
kann und was nicht. Zum Beispiel eine Schnorchelausrüstung. Am Besten kann
man hier hinter meinem Ressort Schnorcheln. Dort sah ich bunte Fische,
glitschige Raupen und natürlich Korallen. Mein Highlight jedoch war der
Blickkontakt mit einem halben Meter großen Hai. Auch hier gilt wieder :
gegenseitiger Respekt. Warum sollte er mich einen 2m Fisch
angreifen ? Obwohl da wirklich nichts passieren kann, war das ein komisches
Gefühl, muss ich zugeben.
Zum ersten Mal war es richtig langweilig alleine. Es war schwer
Leute kennen zu lernen, da mein Schlafsaal leer war und die Leute Bungalows,
wie es scheint, bevorzugen. Die meisten Leute machten einen Tauchschein und von
so viel Geld konnte ich nur träumen in meiner blöden Situation
gerade. Die Sonne knallte hemmungslos auf die kleine Insel, die nur wenig
Schattenplätze hat, als wolle sie die Touristen wegbrennen. Es war sooo
heiß. So bleibt einem nur das Sitzen in einer der
Strandcafes, um ein Buch zu lesen oder mit
Trinken Geld auszugeben. Schwimmen ist sehr angenehm, obwohl das Wasser relativ
flach ist. Und unbedingt ein T-Shirt anlassen! Selbst mit großen
Vorsichtsmaßnahmen konnte ich einen kleinen Sonnenbrand an dem
Fußspann und im Nacken nicht vermeiden. Abends spielte ich
Volleyball, trank Ananassaft und schaute mir einen Film in einem Strandcafe an.
Die Leute gehen früh ins Bett, denn wenn es dunkel ist, ist es dunkel.
Aufregend ist es Nachts vom Long Beach mit Taschenlampe wieder zum Coralbeach
durch den Dschungel zu laufen. Ich brauchte fast eine halbe Stunde dafür.
Bei jedem Knistern machte ich laute Geräusche. Jetzt bloß nicht an
Schlangen, Spinnen und Warane denken. Ein sehr schöner Tag ging
vorüber und ich freute mich schon darauf die Insel am nächsten Tag zu
verlassen, endlich wieder Geld wechseln zu können, in FastFood Restaurants
zu gehen und Touris aber auch Einheimische kennen zu lernen. Hier zu leben
würde mich umbringen.
16.Tag - Kota Bharu - Mittwoch 5.9.1
- Lächelnde Moslems
Nachts hatte es wild geregnet und Blitze krachten in meiner
Umgebung. Zum Glück war ich nicht mehr in dem kleinen Bungalow, sondern in
einem stabilen regensicherem Haus und so schlief ich deshalb trotzdem
hervorragend. Noch einmal ging ich Frühstücken und Baden an der
Longbeach, bis es Zeit war meine Tasche wieder zu Packen. Nachdem ich mich
an der Rezeption informiert hatte ging ich zum Steg, gleich hier am Hotel. Der
Steg hat den Vorteil das ich kein Boot-Taxi für 2 RM brauche, da ich
direkt ins Boot steigen kann. Doch leider kam kein Boot um 15 :30 Uhr und ich
wartete. Habe ich den Mann an der Rezeption vielleicht nicht verstanden ? Fast
eine halbe Stunde später winkte mich jemand vom entfernten Strand zu. Ich
rannte mit meinem schweren Rucksack zum Strand und fragte nach dem Boot. Er
sagte ich solle warten, er wird telefonieren. Ich wartete kurz. Dann sah ich
das Boot schon kommen und am Steg halten. Toll, jetzt stand ich hier am Strand!
Zu Fuß schaffe ich das nicht mehr. Der Taximann winkte und gab Zeichen
und war so freundlich mich für 2 RM zum Boot zu fahren. Bevor
er mich rauslässt wartet er auf offener See bis ich zahlte. Etwas
gefrustet über den Taxifahrer, stieg ich schließlich um und genoss
wieder eine schöne Fahrt auf dem blauen Wasser in dem sich die Sonne
spiegelte und die grünen Inseln drin badeten. Als ich an der Anlegestelle
ankam, hatte ich wieder Pech, es war keiner da mit dem ich ein Taxi teilen
könnte. Eigentlich wollte ich über Jerteh nach Kuala Terengganu, doch
die Taxifahrer sagten mir das ich von Jerteh an einem Public Holiday nicht mehr
weiterkomme und so blieb mir nur das etwas weiter entfernte Kota Bharu,
das ich eigentlich unbesichtigt lassen wollte. Wie sich später
herausstellte war gar kein Public Holiday. Schon zum 2 Mal an diesem Tag wurde
ich verarscht. Ich nehme also alleine ein Taxi für 24 RM (anstatt 32RM
bei der Hinfahrt) nach Kota Bharu. Der Taxifahrer war nett und fährt
mich bis vor die Haustür von KB Backpackers Lodge. Ein Dormbett kostete 8
RM. Mit Karte bewaffnet laufe ich durch die Straßen des zuerst
weniger beeindruckenden Kota Bharu bis zum Fluss Sungai Kelantan, der der
braunste Fluss schlechthin ist. Am besten und für mich eine Reise
nach KB wert, gefällt mir jedoch die verhüllten Mädchen, die
wahnsinnig nett lächeln und kichern wenn sie mich sehen. Ich fragte zwei
Mädchen, ob ich sie fotografieren dürfe und sie kicherten und
tuschelten, als ich es schon aufgab machten sie plötzlich diszipliniert
eine Pose, rückten mit ihren Köpfen zusammen und lächelten wie
Models. Ein schönes Bild.
Es gibt einen günstigen Platz zum Email schreiben. Neben dem
MCDonald zwischen den Straßen Pintu Pong und Padang Garong.
Für 2RM die Stunde schreibe ich meine Emails. Plötzlich hörte
ich ein Geräusch welches immer lauter wurde, es piepse und zwitscherte. Es
hörte sich an wie ein Straßenzug oder zu mindest wie Lärm
auf der Straße. Ich musste meine Neugier befriedigen und verließ
das Gebäude. Überall schwarze Vögel ! Der ganze Platz. Auf den
Häuserfassaden, saßen tausende von Vögeln aufgestellt in einer
Reihe auf den schmalen Kanten und zwitscherten was das Zeug hält. Wo kamen
die alle her? Links und rechts, auf den Bäumen, Masten und
Leitungen, auch die nächsten Straßen bis zurück zum Hotel, wie
die Kulissen zu einem Hitchcock-Film. Ein beeindruckendes Schauspiel welches
ich nicht vergessen werde.
Meine Herberge gefällt mir sehr gut und ich treffe dort viele
Leute und bin wieder , nach meinem Inselaufenthalt, überrascht wie schnell
das geht. Treffe einen Gitarrespieler aus Dänemark mit dem ich etwas
Gitarre spielte, einen Medizinstudent aus Deutschland und die Sin Ton aus Hong
Kong. Gemeinsam gehen wir Abends auf dem Night-Market essen. Viele kleine
Stände mit Getümmel von Leuten die rumstehen oder sitzen.
Überwiegend Männer, die Frauen sind schon zuhause. Ich esse
für wenig Geld scharfes Hünchen und blauen Reis dazu. Der Reis ist
eine Spezialität von Kota Bahru, ursprünglich mit Blüten
gefärbt, aber inzwischen mit Farbstoff. Einen Unterschied schmecke ich
aber nicht. Die Jungs gehen zurück in die Lodge, um sich einen Film
anzuschauen. Ich gehe mit Sin Ton auf die Suche nach einem Lokal, einer Kneipe,
aber es ist nichts zu finden hier in der Moslem-Stadt. Eine Stadt ohne Alkohol,
Diskos und Kneipen, so bleibt uns nichts anderes übrig und wir gehen also
zum McDonald. Wir waren die einzigen im Restaurant, tranken Cola und sie
erzählte mir von Hong Kong und von Chinesen. Sie bestätigte mir die
Sachen die ich schon über die kalten Chinesen
hörte. Selbst ihr Vater der für mehrere Monate auf
Geschäftsreise ging verabschiedete sich ohne Gefühle zu zeigen, ohne
Umarmung oder Geste. Sie findet das auch traurig und nur allzu schnell macht
sie aus Gewohnheit das gleiche, erzählte sie mir. Sie arbeitet in einer
Internationalen Textilienfabrik, hat auch mit Deutschen zu tun und schmunzelt
über die eigensinnige englische Grammatik der Deutschen. Sin Ton ist
übrigens schon 38 Jahre alt, obwohl sie aussieht wie 20. Nach einem
ganz langem Gespräch gingen wir zurück zur Herberge, unterhielten uns
mit den anderen und ich spielte ein deutsches Lied auf der Gitarre.
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