6.Tag - Singapur - Sonntag 26.8.1 - Die Party

Extra früh um 8:40 Uhr klingelte mein Wecker. Ich hatte für diesen letzten Tag in Singpur einiges vor. So packte ich meinen Tagesrucksack mit den üblichen Sachen, wie  Foto, Karten, Sonnenbrille und auch mein Badehandtuch, denn es sollte zum Sentosa Beach gehen. Die Vergnügungsinsel Sentosa ist die einzige Ausflugsmöglichkeit für die Singapurer in ihrem Land. Doch bevor ich mir zum ersten Mal auf meiner Reise, einen Blick jenseits des Festlandes in Richtung Unendlichkeit des Meeres erlauben kann, heißt es erst mal dort hinkommen. Ich nehme wieder die MRT bis zur Newton Station, steige dort in einen Bus zum World Trade Center. Es geht an der Bushaltestelle ziemlich chaotisch zu, da viele an diesem Sonntag natürlich auch zur Insel wollen. Schon an der Bushaltestelle verkaufen sie Tickets um auf die Insel zu kommen, da ich aber mit der Seilbahn fahren will, lassen sie mich in Ruhe.  Der Bus ist voll und ich weiß wie immer nicht, wo ich aussteigen soll, doch als ich die Seilbahn die hoch in der Luft hängt sehe, ist es mir klar.  Zuerst sehe ich ein Foodcenter, dann eine Brücke . Es wimmelt von Leuten und sie haben alle das gleiche T-Shirt an, ich habe nicht rausbekommen was das zu bedeuten hat.
Eher zufällig als das die Schilder im World Trade Center mir halfen, fand ich einen Tisch hinter der eine Dame sitzt die Tickets (14,50 $) für die Seilbahn verkauft. Die Mehrheit  scheint einen anderen Weg zu gehen, ich gehe zu einem Gebäude fahre mit dem Aufzug nach oben und nehme mir eine Seilbahn in die andere Richtung  zum Mountain Faber, denn mit meinem  Ticket habe ich vier Fahrten(WTC-MF-WTC-S-WTC), so kann ich hin und her fahren.  Ich sitze alleine in meinem CableCar und  schon ziehen die Seile mich von der Plattform in die Tiefe. Ich genieße das Achterbahngefühl in meiner Magengegend und schaue mir die Aussicht an. Dschungel, Hafen und Baustellen. Wer hier her kommt und hofft er sieht Singapur von oben ist sicherlich enttäuscht. Leider bin ich zu Faul auf der Montain Faber Station auszusteigen, da hätte es vielleicht eine schönere Aussicht gehabt. Ich bleibe sitzen, ein Mann zerreißt einen Schnipsel meines Tickets und  die Bahn geht nun endlich Richtung Sentosa. Ich schwebe 90 m über den Dreck und die Yachten  des Hafens. Die Dame aus dem Lautsprecher meines CalbleCars erzählt mir wie viele Schiffe dort jede Stunde anlegen und andere einmalige Dinge, die ich mir leider nicht merken konnte, denn hätte ich jetzt was zu schreiben. (Foto)
Sentosa hat jede Menge Attraktionen: Underwaterworld, Erlebniskino, Chinatown, eine Merlion zum Besteigen, die mich leider alle an diesem zu heißen Tag einfach nicht überzeugen wollen. Überall Anstehen und Geld ausgeben. Auch der importierte Sand mit importierten Palmen und Blick auf Frachterschiffe reizt mich nicht, da es zu heiß ist und vor allem zu künstlich. Was soll ich so weit reisen und mir dann ein nachgebautes ChinaTown ansehen? Als ich dann in einem Strandrestaurant 2$ für ein kleines Wasserfläschchen zahlen soll, ich mich weigere und die Flasche zurückstelle und er daraufhin gleich mit dem Preis runtergeht fühle ich mich verarscht. Doch ich freue mich schon wieder auf die Seilbahn, ist immerhin schon 1 Stunde her seit dem letzten Mal.
Vom World Trade Center, also wieder mit dem gleichen Bus bzw. MRT zurück zum Hotel. Ich schlafe, denn ich bin schlapp vom Laufen und möchte Fit für die Party mit Siti heute Abend sein, du erinnerst dich?

Nachdem Ausruhen gehe ich indisch Essen in Little India. Wenn du zum Little India gehst, gehe abends. Es ist unglaublich. Die (indischen) Leute stehe auf der Straße, alles ist voll. Sie reden, es herrscht ein gebrubbel , überall. Tagsüber sieht man nichts davon. Ich esse wieder im gleichen Foodcenter, doch diesmal zahle ich doppelt so viel als letztes mal mit Kevin, seltsam?

An meinem Standarttreffpunkt „Orchard Road MRT“ treffe ich Siti, diesmal war sie sehr schick gemacht, trug schwarze Kleidung, mit einem sündigen Ausschnitt. Es wird gerne schwarz getragen beim Ausgehen, da es tagsüber wegen der Hitze eher unpraktisch ist. Also wenn das Nachtleben für dich interessant ist, dann kommt abends schwarz gut an. Siti erzählte von ihrem Freund der heute Geburtstag hat. Wir sind gerade auf dem Weg zu ihm und anderen Freunden, als sie mir vorwarnend erzählte, dass sie alle schwul sind. Ich habe kein Problem damit, versicherte ich ihr.  Sie waren alle sehr nett und es wurden immer mehr. Als wir so 20 waren, davon nur 4 Frauen, machten wir uns zu einem Restaurant. Verdammt warum hat mir das keiner gesagt? Umsonst zuvor gegessen.  Da es ein riesen Buffet gab und ich eingeladen wurde, konnte ich nicht wiederstehen und aß ein zweites Mal und das malaysische Essen schmeckte vorzüglich. Es war mir peinlich das Jimi, das Geburtstagskind auch mich eingeladen hatte. An Gesprächen konnte ich mich nicht wirklich beteiligen, da sie oft malai sprachen und wenn sie mir zu liebe englisch sprachen, verstand ich sie auch nicht viel besser. Nach dem Essen fuhren wir mit der MRT zur City Hall, ich folgte einfach. Sie machten oft Späße mit mir, wollten unbedingt mal ein One Night Stand mit mir, wollte meine Hände sehen und machten schmutzige Witze, die ich nur erahnen konnte.
Nun gingen wir in das, glaube ich größte Hochhaus in Singapur, ins Westin Stamford Hotel, fuhren mit dem Aufzug in den 42 Stock, da Jimi dort ein Zimmer gemietet hatte. Spätestens jetzt war mir klar, dass Jimi reich sein musste. Dort in dem Zimmer, welches wie ein gewöhnliches Hotelzimmer aussah, wurde gesoffen und geraucht. Eigentlich so wie in Deutschland, wenn man sich vor einer Disko zum Drink wo trifft, nur das hier viel weniger getrunken wird und auch nur wenige, da die meisten der Anwesenden  Moslems malaysischer Rasse sind. Zu meiner Freude wurden viele Fotosgemacht. Unbeschreiblich für mich war der Ausblick über Singapur bei Nacht und so verbrachte ich einige Zeit auf dem kleinen Balkon, mich beherrschend vor Begeisterung nicht fliegen zu wollen.  Leider gingen wir auch schon bald, ich hätte die ganze Nacht in diesem Hotelzimmer Party machen können, aber meine Freunde erzählten mir das sie schön öfters hier waren und es nichts besonderes ist.
Wir liefen durch die Straßen und bei Nacht ist das so schön in Singapur. Mit ihren Handys waren sie ständig am Telefonieren und am Verabreden. Als wir den Club erreichten, waren wir auch schon immer mehr. Natürlich war es ein Gay-Club. Schick gemachte gestylte asiatische Männer und auch einige Frauen. Durch den VIP Eingang wurden wir rein gelassen und zu unserer vorreservierten Sitzecke geführt. Es dauerte nicht lang bis  Whiskey-und Colaflaschen auf unseren Tischen stand. Allein der Eintritt würde schon 18$ kosten! Unsere Sitzecke habe ich nur weniger Male verlassen, da die gesamte Diskothek mir nachschaute, und ich ständig auf den Boden starrte, um nicht auf Versehen zu flirten. So hielt ich mich lieber an Siti fest und beobachtete wie ihre Freunde nach und nach betrunkener wurden, von ein bisschen Alkohol. Sie tanzten und knutschten. Ich sah auch auffällig große Frauen mit einem perfekten Busen, den sie auch gerne mit einer halb aufgeknöpften Bluse zur Show stellten. Ja, das waren Männer, unglaublich. Ich hielt mich zurück und schaute besser wieder auf den Boden.
Schon ist es passiert, der erste unserer Gruppe übergab sich, und machte unsere Sitzecke „weniger gemütlich“. Die Zeit verging im Fluge, da ich viel zu beobachten hatte und es auch nicht langweilig wurde. Auf dem Rausweg, traute ich meinen Augen kaum, da traf ich das Modell von meinem ersten Tag in Singapur wieder, wir tauschten ein paar Sätze. Sie erzählte mir das sie ihr Casting gemeistert hatte und verschwand auch schon wieder mit einem Singaporean an der Hand.
Mit dem Taxi fuhren wir wieder zum Westin Stamford zurück, leider übergab sich wieder jemand im Taxi aus dem Fenster und machte das Taxi weniger gemütlich. Der Taxifahrer war sehr sauer darüber, ich musste nur schmunzeln. Mit Siti ging ich noch durch die Nacht am Singapore River spazieren.

Sie möchte weg aus Singapur, irgendwo hin. Sie hat es satt hier zu sein.
Ich erzählte von Deutschland, dass es kein Paradies ist, das es mehr Armut gibt als in Singapur, das viele Ausländer es sehr schwierig haben und das nicht einmal Taxifahrer und Bäcker englisch sprechen.
Mein erster Regen zwingt uns zum Unterstellen. Ein heftiger, aber warmer Regen, der mich zu einem Regentanz motiviert, aber Siti will nicht in den Regen, weil sie schnell krank wird.
Es hörte auch bald wieder auf und wir machten uns auf den Heimweg.
An einer Kreuzung trennten sich unsere Wege. Sie musste zurück zum Hotel, ihre Freunde machten sich Sorgen um sie und riefen alle 10 Minuten auf dem Handy an.
Um 5 lag ich im Bett. Morgen möchte ich nach Kuala Lumpur (KL), habe noch nichts gepackt und muss vor 12 Uhr auschecken. Oh, what a day!
 

7.Tag - Kuala Lumpur - Montag 27.8.1 - Leaving Singapore

Um 11 Uhr bin ich aufgewacht. Etwas demotiviert schlenderte ich von der Bencoolen Street zur Rocher Road, um dort den Public Bus 170 für 1.50$ nach Johor Bahru in Malaysia zu nehmen. Es dauert schon eine halbe Stunde oder länger bis der Bus endlich auf der Brücke nach Malaysia fährt. An der Grenzstation steige ich aus, gebe dem Immigration Officer den kleinen Abschnitt vom Visum den ich behalten habe und bekomme einen neuen Stempel im Pass. Treppe runter, schon sieht man neben den letzten „Singtel“-Telefonzellen eine große Schlange von Menschen, die auf den nächsten Bus  warten. Das ging relativ fix. Ich sitze schon wieder im Bus 170, aber in einem anderen als zu vor. Nach wenigen Minuten heißt es wieder Aussteigen. Diesmal möchte das Immigration Office von Malaysia meinen Pass sehen. Ich füllte ein Visum aus und bekam ein Stempel im Pass.
Nun bin ich also in Malaysia, es regnet in Strömen, toller erster Eindruck von Malaysia, dachte ich mir. Taxifahrer erzählen mir Stories, dass der Busbahnhof um weiter nach Kuala Lumpur zu fahren (und überall anders hin) 7 km weit weg ist und dort kein Bus hinfährt. Stimmt nicht. Mein Ticket gekauft in Singapur für 1.50$ (du erinnerst dich?) ist immer noch gültig, da kommt auch schon wieder ein 170er Bus. Einige Minuten später erreichte ich die Larkin Bus Station für long-distance Busreisen. Wieder ruft mir jeder zu:“Bus nach KL hier lang nur 25 RM“. In solchen Situationen lasse ich mir Zeit, denk drüber nach, und tausche erst mal Geld. Später bekomme ich einen Bus nach Kuala Lumpur für 20 RM und mache mich auf eine 6 stündige Reise, sehe den Regentropfen zu, wie sie die Scheiben runterzittern und bin etwas traurig das ich Singapur verlassen habe. Aber, es geht weiter. Ich sehe mehr Armut hier an der Straße und viele Palmölplantagen. Die Straße ist breit und zweispurig. Viel besser ausgebaut, als ich sie von Indonesien kenne. Im Geschaukel des Busses taumelte ich in einen schönen Schlaf.
Es ist schon dunkel als ich die Puduraya Bus & Taxi Station in Kuala Lumpur erreiche. Ich habe keine Karte von KL und mit der wirklich schlechten Lonely Planet Karte kann ich auch nicht viel anfangen. Als ich mit einem Taxi zur Julan Sultan Straße fahren wollte, war er so fair und zeigte mit den Weg, denn sie war nur wenige 100 Meter entfernt. Chinatown, ich bin beeindruckt,  die Leute tobten durch die engen Straßen, die mit Tischen und Ständen vollgestellt und mit Lampen beschmückt sind und ich mittendrin mit meinem Rucksack auf der Suche nach Chinatown Guest House. Es dauerte seine Zeit bis ich es in dem Chaos fand, doch es sagte mir gar nicht zu, es war leer unfreundlich, kalter Beton und keine Fensterscheiben.  Ich kramte einen Flyer aus meiner Hosentasche Kameleon Travellers Lodge, Dorm Bed 10 RM (ungefähr 5 DM), Lounge Area, Tourist Information, Book Exchange, Hot/Cold Shower, Satelite TV u.s.w. das hört sich doch gut an und das war es, obwohl es noch nicht im Lonely Planet ist. Alles sehr sauber und neu, schöner als mein Zimmer in Singapur. Gerade am Auspacken sprach mich auch schon Angela aus England an. Wir gingen gemeinsam in China Town essen, was ich jeden empfehlen kann, obwohl es etwas teurer ist, als in anderen Food Centern, weg vom Tourismus. Verglichen mit Singapur ist das Bier preiswert. Hier tobt das Leben, Kranke betteln, eine tote Ratte liegt in der Ecke, Gestank und Autos. Sogar durch die vollen Straßen ChinaTowns drängelt sich hin und wieder ein Auto.
Es ist schön Gesellschaft zu haben und ich freue mich das ich ihr englisch so gut verstehe. Wir gehe spazieren in der Jalan Bukit Bintang.  Alles leuchtet. Überall sind kleine blinkende bunte Lämpchen in den Palmen, Wänden und an gespannten Lichterketten. Schade, dass wir das in Deutschland nicht haben denke ich mir, aber die Stromrechnung wäre bestimmt gewaltig. Wir trinken noch ein Cafe im Planet Hollywood, bei dem wir unseren morgigen Ausflug zu den Batu Caves planen.
 

8.Tag - Kuala Lumpur - Dienstag 28.8.1 - Batu Caves und Twin Towers

9 Uhr Aufstehen. Frühstück: McDonalds. Wir verlaufen uns etwas bis wir schließlich die Bushaltestelle Medan Pasar finden. Auch der Lonely Planet konnte da mal wieder nicht helfen, mit Fragen kommt man schneller zum Ziel.
Du kannst den Bus 11D oder 69 zu den Batu Caves nehmen, beide kosten 1.60 RM. Die Fahrt dauert fast 40 Minuten. Wir stehen an einer Straße, als wir aussteigen. Von Weiten sehen wir eine Bergkette, sonst ist alles flach, als wäre sie falsch am Platz. Nachdem wir das Überqueren der stark befahrene Straße gemeistert hatten, sahen wir auch schon Touristenstände, Tauben, Tempel und die Treppen. Etwas überrascht, dass die Höhlen kein Eintritt kosteten stiegen wir rasch hinauf zur Höhle. Höhle, ja eine große Höhle. Mhhh, das wars schon? Nein, ein kleiner Betonklotz soll ein Tempel darstellen und was noch ?. Stangen, Geländer, Müll. Aus der Höhle könnte man noch einiges mehr machen, aber immerhin haben wir Glück, dass wir recht früh dran sind, denn es sind kaum Touristen hier. Wir setzen uns auf eine Bank und schauen den Affen zu, die einzige Attraktion, wie sie die steilen Wände wie Freeclimber hinaufsteigen. Ein Mann verteilt Zettel und bietet Höhlentouren an, doch wir können wiederstehen und besuchen lieber die unterhaltsame Art Gallery((1RM), am Fuß der vielen Stufen.
Hier sieht man kitschige bunte Figuren, ähnlich der Figuren auf den Indischen Tempeln, die die Geschichte, Sagen und Märchen von Shiva und Co erzählen.
Zurück im Zentrum Kuala Lumpurs trennten Angela und ich uns und gingen unsere eigenen Wege. Vom Hotel lief ich in 40 Minuten zu den beeindruckenden Petronas Twin Towers.
Ich frage mich immer wie man für Milliarden Mark ein Haus hinstellen kann, wenn die meiste Bevölkerung in runtergekommenen Bruchbuden lebt. (Fotos: 1,2)
Aufsteigen konnte ich leider nicht, dafür war es zu spät. 800 Karten werden täglich umsonst ausgeteilt, um sie zu bekommen sollte man allerdings schon sehr früh hier sein. Aber das Shopping Mall der Twin Towers konnte ich besuchen. Von dort aus, es war schon dunkel, fand ich leider den Weg zurück zum Hotel nicht mehr. Zu den größten Hochhäusern der Welt zu finden ist nicht so schwer, aber zurück, ohne Karte. Irgendwann gab ich es auf, war zu müde und nahm ein Taxi für 10 RM für die 5 Minuten. Leider haben die Fahrer nie ihren Taximeter eingeschaltet ( falls sie überhaupt einen haben) und ich fühle mich immer betrogen.
Ich mache es mir in dem gemütlichen Aufenthaltsraum der Travellers Lodges bequem und schaue mit vielen anderen Reisenden „Keep the faith“ auf VCD an. VCD sind hier gerade im Trend. Überall werden Video -CD Player und die neusten kopierten Filme für 10 RM verkauft.
Der große Ventilator schwingt und verwirbelt kühlen Wind und Zigarettenrauch. Ich nasche Pommes Frites mit ChillieSauce. Der kleine Heimhund lässt sich von jedem der einsamen Reisenden streicheln. Auch die Besitzer liegen in den Sofas, das sie übrigens den ganzen Tag machen.
Habe Bauchschmerzen, Durchfall und Mückenstiche und mir wird bewusst, dass ich vorsichtiger werden sollte. Ich bin nicht mehr in Sinapur. (Foto)
 

9.Tag - Kuala Lumpur - Mittwoch 29.8.1 - Etwas über Chinesen gelernt

Früh stand ich auf, um eine Wanderung zum Merdeka Square zu unternehmen. Am China Town vorbei, zuerst zum Central Market. In diesem Gebäude sind viele kleine Läden und Stände anzufinden, es werden dort Stoffe, Shirts, Armbänder verkauft. Da ich noch früh dran bin, ist noch nicht so viel los und ich laufe auf der schönen sauberen mit Palmen begrenzten Straße weiter, bis ich die grüne Fläche sehe und das historische Sultan Abdul Samad Building.  Als ich so am Fotografieren war, sprach mich ein Mann an, dass ich hier besser abends vorbei schauen sollte, denn überall an den Palmen und am Sultan Abdul Samad Buildingsind winzige Lämpchen angebracht.
Eine Treppe führt in den Untergrund zu der KL Tourist Information und endlich habe ich einen Plan und kann mich nicht mehr verlaufen. Es tropft ein wenig und ich mache mich auf den Weg zurück in die Unterkunft, bis es dann schließlich so richtig regnet. Ich mache es mir im Aufenthaltsraum gemütlich und schaue Fernsehen.  Mit der Map ist es diesmal kein Problem zum „Golden Triangle“ zu gelangen. Unterwegs spricht mich zum ersten Mal eine zwielichte Gestalt an, ob ich ein „little Girl“ will und möchte mir seine Visitenkarte in die Hand drücken. Gerade am Abend rufen dir viele Personen „little Girl“ zu und manchmal gleich mit Preise (150RM). Wer sich darauf einlässt ist mutig und verzweifelt.
In Kuala Lumpur so wie in anderen Städten in Malaysia findet man eine große Auswahl an kopierter Software für 5 - 8 RM, obwohl überall die Plakate mit Totenkopf “Stoppt die Piraterie“ hängen.
Seit langem war das ein Tag an dem ich mal wieder alleine war und es tut gut mal für sich zu sein und kein englisch sprechen zu müssen. Ich ging etwas schlafen, um später ein ausgedehntes Nachtleben genießen zu können.
Nachts in der Jalan Sultan Ismail  entdeckte ich eine Disko namens „Rush“, dort fand heute eine spezielles gesponsortes Event statt und ich war froh kein Eintritt zahlen zu müssen. Viele hübsch gemachte Leute, eine riesen Disko und die neusten Tanzlieder. Eine Sprite mit Eiswürfel kostete glaube ich so 10 RM. So bald ich leer getrunken hatte, sprachen mich ständig Bedienungen an, die unzählig durch die Diskothek liefen, ob ich noch was will. Als ich davon genug hatte ging ich nach draußen und setzte mich dort auf eine kleine Mauer, um die Leute zu beobachten, eines meiner größten Leidenschaften. Es sprach mich Agnis an, die aus journalistischen Gründen hier war. Eigentlich war ich nicht sehr gesprächig, doch sie bot mir an eine Stadtrundfahrt mit ihrem Auto zu machen. Ich gab nach. Wir fuhren durch die Straßen und durch die Nacht am National Museum vorbei nach Bangsar, einem Vergnügungsviertel mit Kneipen und Diskotheken. Da es nicht Wochenende war, war auch nicht ganz so viel los.
Sie lud mich zum malaysisch Essen ein. Ein Pfandkuchen mit Curry Soße. Roti canai with dhall curry, wie sie dazu sagte und als Getränk Teh Tarik (ein speziel zubereiteter Tee).
Dann gingen wir in das ROOF, tranken dort Bier auf der Terrasse. Es waren viele Touristen da, wie ich glaubte, doch sie versicherte mir, dass es keine Touristen sind, sondern sie alle hier in KL arbeiten.
Sie ist Chinesin, obwohl ich eher auf Malai tippte und so nahm ich mir vor, lieber aufzuhören die Rasse zu schätzen, das könnte noch peinlich werden. Sie erklärte mir mit ihrem guten, von einem Englandaufenthalt geschulten Englisch, viele interessante Sachen über Chinesen. Hier hörte ich zum ersten Mal das Chinesen kühl sind und Gefühle vermieden werden. Auch Körperkontakt zwischen Geschlechtern in der Öffentlichkeit ist eher nicht so erwünscht. Ich erinnerte mich sofort an mein Treffen mit Yin Yin und die kühle Verabschiedung in der Metro.
Als sie mich freundlicherweise mit dem Auto zu meiner Herberge fuhr, stand ein anderes Auto an der Ampel neben uns, die Straße waren um diese Zeit sehr leer. Sie starrten alle unfreundlich in unser Auto und ich lernte eine zweite Lektion von Agnis.
Und zwar, das sie nicht mit mir als Europäer angeben kann, wie man vielleicht vermuten könnte. Nein, im Gegenteil, Leute spotten über sie, denken das sie billig ist, dass sie versucht mit Kontakt zu einem Europäer (oder westliche Rasse) an Geld zu kommen.  Das hatte ich noch nicht so gesehen.
Wie ein Zufall standen wir plötzlich vor dem mir bei Nacht empfohlenen Sultan Abdul Samad Building. Beeindruckend leuchten und funkeln winzige Glühbirnen.
Agnis lud mich zu einem Fondue-Essen am nächsten Tag ein. Ich treffe nur Entscheidungen beim Frühstück und beim Einschlafen sagte ich ihr und werde sie am nächsten Tag anrufen.
Und ich entschied mich vor dem Einschlafen, dass ich Kuala Lumpur am nächsten Tag verlassen werden, da in zwei Tagen der National Feiertag von Malaysia ist und ich eventuell dann Schwierigkeiten bekomme aus der Stadt wegzukommen. Mein Ziel war es eigentlich immer gewesen an diesem Nationalday hier in KL zu sein, doch jetzt gehe ich dem Trouble lieber aus dem Weg. Schon schlief ich...
 

10.Tag - Cameron Highlands - Donnerstag 30.8.1 - Fahrt zu den Cameron Highlands überlebt

Um 10 Uhr stand ich auf. Lief die paar Meter zur Busstation. An der Straße entlang, sowie in der Busstation,  gibt es unzählige Busgesellschaften. Für ganz Malaysia kann ich TRANSNATIONAL empfehlen, die sind am billigsten. Manch andere Busgesellschaft verkauft auch Tickets von Transnational aber zu einem lächerlich erhöhten Preis. Doch wegen diesem Feiertag morgen hatte ich Schwierigkeiten eine Fahrkarte zu bekommen. Mit viel Glück ergatterte ich doch noch eine für 13RM. Der Bus kam in einer halben Stunde. Ich also schnell zurück zum Hotel, Tasche gepackt, Geld gewechselt, Snacks gekauft. Der Bus zu den Cameron Highlands wartet schon auf mich. Ich verlasse KL und betrachte schöne Landschaften an diesem schönen Morgen.
Wir verlassen die Autobahn und fahren in die Berge. Mein Sitzplatz neben dem Busfahrer lässt leider Blicke auf die Serpentin-Fahrbahn und die Fahrweise zu. Enge Kurve werden vom großen Bus geschnitten, vorher noch mal zur Sicherheit ein kurzes Hupen, falls jemand entgegenkommt. Ich stell mir schon vor wie ich die Scheibe vor mir durchfliege. Trotzdem genieße ich den Ausblick. Sogar an einem an der Straße liegenden Wasserfall kommen wir vorbei.
Nach 5 Stunden Fahrt erreichen wir Tanah Rata. Als ich aus dem Bus steige, stehen auch schon mit Zetteln bewaffnete Mitarbeiter der Herbergen hier, um die Touris den Weg zu zeigen und zu begleiten. Mir wurde in KL die Unterkunft Twin Pines (Dorm 7 RM) empfohlen, also schloss ich mich einem freundlichen Mann an. Er fragt mich wie meine Fahrt war usw. Am Twin Pines angekomen, saß ein Dutzend Reisende auf der Terrasse lesend, spielend und  unterhaltend. Freundlich wurde ich als „Andi from Germany“ vorgestellt. Fühlte mich gleich wie in einer Familie. Bezog mein Bett in einem 4 Bett Zimmer. Verglichen mit KL und Singpur waren die Sanitären Einrichtungen weniger einladend. Aber ich bin ja jetzt auf dem Land. Ich machte mich auf Tanah Rata zu erkunden. Laufe auf einen kleinen Hügel mit einem Kindergarten und schaue ins Land. Die „Stadt“ ist sehr klein und an eine Straße gebaut.
Hier gibt’s Internet und kleine Supermärkte. Geld wechseln ist wahrscheinlich nicht zu empfehlen.
Ein Nachtleben ist nicht zu erwarten, deshalb freue ich mich schon auf das Barbeque welches heute nacht  in der Herbege statt findet. Es wird kühl, zum ersten und letzten Mal in meiner Reise ziehe ich mich abends richtig warm an. Es ist eine schöne Luft und auch Moskitos habe ich nicht gesehen.  Das Barbequebuffet war super. Die ersten Deutschen auf meiner Reise treffe ich hier, sowie 2 schwarze 25 jährige Frauen (Natasha und Karlene) aus England, die sehr nett sind, sich sehr mühe mit einer deutlichen sauberen Aussprache geben und Spaß dran haben mir englisch bei zu bringen. Es macht Spaß sie anzuschauen, sie sehen interessant aus und ihre matte Haut sieht aus als wäre sie aus Samt.
Es wird Gitarre gespielt, Bier getrunken und in einem Vorführzelt werden Filme gezeigt. Die Deutschen spielen mit mir und den Schwarzen englisches Scribble. Natürlich verlieren wir haushoch gegenüber den Engländerinnen.
Ich machte kurze Bekanntschaft mit Richard aus Neu-Seeland. Er ist ein Rentner der schon einige Wochen und Monate hier ist. Er kennt die Gegend und wandert jeden Tag im  Dschungel. Ich fragte ihn ob er mich mitnimmt. „Ja“. Wir verabredeten uns für 8 Uhr am nächsten Morgen.
Das ganze Dorf ist still, leer und dunkel. Ich fühlte mich gut aufgehoben in meiner „Familie“.
 

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