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6.Tag - Singapur - Sonntag 26.8.1 -
Die Party
Extra früh um 8:40 Uhr klingelte mein Wecker. Ich hatte
für diesen letzten Tag in Singpur einiges vor. So packte ich meinen
Tagesrucksack mit den üblichen Sachen, wie Foto, Karten,
Sonnenbrille und auch mein Badehandtuch, denn es sollte zum Sentosa Beach
gehen. Die Vergnügungsinsel Sentosa ist die einzige
Ausflugsmöglichkeit für die Singapurer in ihrem Land. Doch bevor ich
mir zum ersten Mal auf meiner Reise, einen Blick jenseits des Festlandes in
Richtung Unendlichkeit des Meeres erlauben kann, heißt es erst mal dort
hinkommen. Ich nehme wieder die MRT bis zur Newton Station, steige dort in
einen Bus zum World Trade Center. Es geht an der Bushaltestelle ziemlich
chaotisch zu, da viele an diesem Sonntag natürlich auch zur Insel wollen.
Schon an der Bushaltestelle verkaufen sie Tickets um auf die Insel zu kommen,
da ich aber mit der Seilbahn fahren will, lassen sie mich in Ruhe. Der
Bus ist voll und ich weiß wie immer nicht, wo ich aussteigen soll, doch
als ich die Seilbahn die hoch in der Luft hängt sehe, ist es mir
klar. Zuerst sehe ich ein Foodcenter, dann eine Brücke . Es wimmelt
von Leuten und sie haben alle das gleiche T-Shirt an, ich habe nicht
rausbekommen was das zu bedeuten hat. Eher zufällig als das die
Schilder im World Trade Center mir halfen, fand ich einen Tisch hinter der eine
Dame sitzt die Tickets (14,50 $) für die Seilbahn verkauft. Die
Mehrheit scheint einen anderen Weg zu gehen, ich gehe zu einem
Gebäude fahre mit dem Aufzug nach oben und nehme mir eine Seilbahn in die
andere Richtung zum Mountain Faber, denn mit meinem Ticket habe ich
vier Fahrten(WTC-MF-WTC-S-WTC), so kann ich hin und her fahren. Ich sitze
alleine in meinem CableCar und schon ziehen die Seile mich von der
Plattform in die Tiefe. Ich genieße das Achterbahngefühl in meiner
Magengegend und schaue mir die Aussicht an. Dschungel, Hafen und Baustellen.
Wer hier her kommt und hofft er sieht Singapur von oben ist sicherlich
enttäuscht. Leider bin ich zu Faul auf der Montain Faber Station
auszusteigen, da hätte es vielleicht eine schönere Aussicht gehabt.
Ich bleibe sitzen, ein Mann zerreißt einen Schnipsel meines Tickets
und die Bahn geht nun endlich Richtung Sentosa. Ich schwebe 90 m
über den Dreck und die Yachten des Hafens. Die Dame aus dem
Lautsprecher meines CalbleCars erzählt mir wie viele Schiffe dort jede
Stunde anlegen und andere einmalige Dinge, die ich mir leider nicht merken
konnte, denn hätte ich jetzt was zu schreiben. (Foto) Sentosa hat jede Menge Attraktionen:
Underwaterworld, Erlebniskino, Chinatown, eine Merlion zum Besteigen, die mich
leider alle an diesem zu heißen Tag einfach nicht überzeugen wollen.
Überall Anstehen und Geld ausgeben. Auch der importierte Sand mit
importierten Palmen und Blick auf Frachterschiffe reizt mich nicht, da es zu
heiß ist und vor allem zu künstlich. Was soll ich so weit reisen und
mir dann ein nachgebautes ChinaTown ansehen? Als ich dann in einem
Strandrestaurant 2$ für ein kleines Wasserfläschchen zahlen soll, ich
mich weigere und die Flasche zurückstelle und er daraufhin gleich mit dem
Preis runtergeht fühle ich mich verarscht. Doch ich freue mich schon
wieder auf die Seilbahn, ist immerhin schon 1 Stunde her seit dem letzten Mal.
Vom World Trade Center, also wieder mit dem gleichen Bus bzw. MRT
zurück zum Hotel. Ich schlafe, denn ich bin schlapp vom Laufen und
möchte Fit für die Party mit Siti heute Abend sein, du erinnerst
dich?
Nachdem Ausruhen gehe ich indisch Essen in Little India. Wenn du
zum Little India gehst, gehe abends. Es ist
unglaublich. Die (indischen) Leute stehe auf der Straße, alles ist voll.
Sie reden, es herrscht ein gebrubbel , überall. Tagsüber sieht man
nichts davon. Ich esse wieder im gleichen Foodcenter, doch diesmal zahle ich
doppelt so viel als letztes mal mit Kevin, seltsam?
An meinem Standarttreffpunkt Orchard Road MRT treffe
ich Siti, diesmal war sie sehr schick gemacht, trug schwarze Kleidung, mit
einem sündigen Ausschnitt. Es wird gerne schwarz getragen beim Ausgehen,
da es tagsüber wegen der Hitze eher unpraktisch ist. Also wenn das
Nachtleben für dich interessant ist, dann kommt abends schwarz gut an.
Siti erzählte von ihrem Freund der heute Geburtstag hat. Wir sind gerade
auf dem Weg zu ihm und anderen Freunden, als sie mir vorwarnend erzählte,
dass sie alle schwul sind. Ich habe kein Problem damit, versicherte ich
ihr. Sie waren alle sehr nett und es wurden immer mehr. Als wir so 20
waren, davon nur 4 Frauen, machten wir uns zu einem Restaurant. Verdammt warum
hat mir das keiner gesagt? Umsonst zuvor gegessen. Da es ein riesen
Buffet gab und ich eingeladen wurde, konnte ich nicht wiederstehen und aß
ein zweites Mal und das malaysische Essen schmeckte vorzüglich. Es war mir
peinlich das Jimi, das Geburtstagskind auch mich eingeladen hatte. An
Gesprächen konnte ich mich nicht wirklich beteiligen, da sie oft malai
sprachen und wenn sie mir zu liebe englisch sprachen, verstand ich sie auch
nicht viel besser. Nach dem Essen fuhren wir mit der MRT zur City Hall, ich
folgte einfach. Sie machten oft Späße mit mir, wollten unbedingt mal
ein One Night Stand mit mir, wollte meine Hände sehen und machten
schmutzige Witze, die ich nur erahnen konnte. Nun gingen wir in das, glaube
ich größte Hochhaus in Singapur, ins Westin Stamford Hotel, fuhren
mit dem Aufzug in den 42 Stock, da Jimi dort ein Zimmer gemietet hatte.
Spätestens jetzt war mir klar, dass Jimi reich sein musste. Dort in dem
Zimmer, welches wie ein gewöhnliches Hotelzimmer aussah, wurde gesoffen
und geraucht. Eigentlich so wie in Deutschland, wenn man sich vor einer Disko
zum Drink wo trifft, nur das hier viel weniger getrunken wird und auch nur
wenige, da die meisten der Anwesenden Moslems malaysischer Rasse sind. Zu
meiner Freude wurden viele Fotosgemacht.
Unbeschreiblich für mich war der Ausblick über Singapur bei Nacht und
so verbrachte ich einige Zeit auf dem kleinen Balkon, mich beherrschend vor
Begeisterung nicht fliegen zu wollen. Leider gingen wir auch schon bald,
ich hätte die ganze Nacht in diesem Hotelzimmer Party machen können,
aber meine Freunde erzählten mir das sie schön öfters hier waren
und es nichts besonderes ist. Wir liefen durch die Straßen und bei
Nacht ist das so schön in Singapur. Mit ihren Handys waren sie
ständig am Telefonieren und am Verabreden. Als wir den Club erreichten,
waren wir auch schon immer mehr. Natürlich war es ein Gay-Club. Schick
gemachte gestylte asiatische Männer und auch einige Frauen. Durch den VIP
Eingang wurden wir rein gelassen und zu unserer vorreservierten Sitzecke
geführt. Es dauerte nicht lang bis Whiskey-und Colaflaschen auf
unseren Tischen stand. Allein der Eintritt würde schon 18$ kosten! Unsere
Sitzecke habe ich nur weniger Male verlassen, da die gesamte Diskothek mir
nachschaute, und ich ständig auf den Boden starrte, um nicht auf Versehen
zu flirten. So hielt ich mich lieber an Siti fest und beobachtete wie ihre
Freunde nach und nach betrunkener wurden, von ein bisschen Alkohol. Sie tanzten
und knutschten. Ich sah auch auffällig große Frauen mit einem
perfekten Busen, den sie auch gerne mit einer halb aufgeknöpften Bluse zur
Show stellten. Ja, das waren Männer, unglaublich. Ich hielt mich
zurück und schaute besser wieder auf den Boden. Schon ist es passiert,
der erste unserer Gruppe übergab sich, und machte unsere Sitzecke
weniger gemütlich. Die Zeit verging im Fluge, da ich viel zu
beobachten hatte und es auch nicht langweilig wurde. Auf dem Rausweg, traute
ich meinen Augen kaum, da traf ich das Modell von meinem ersten Tag in Singapur
wieder, wir tauschten ein paar Sätze. Sie erzählte mir das sie ihr
Casting gemeistert hatte und verschwand auch schon wieder mit einem Singaporean
an der Hand. Mit dem Taxi fuhren wir wieder zum Westin Stamford
zurück, leider übergab sich wieder jemand im Taxi aus dem Fenster und
machte das Taxi weniger gemütlich. Der Taxifahrer war sehr sauer
darüber, ich musste nur schmunzeln. Mit Siti ging ich noch durch die Nacht
am Singapore River spazieren.
Sie möchte weg aus Singapur, irgendwo hin. Sie hat es satt
hier zu sein. Ich erzählte von Deutschland, dass es kein Paradies ist,
das es mehr Armut gibt als in Singapur, das viele Ausländer es sehr
schwierig haben und das nicht einmal Taxifahrer und Bäcker englisch
sprechen. Mein erster Regen zwingt uns zum Unterstellen. Ein heftiger, aber
warmer Regen, der mich zu einem Regentanz motiviert, aber Siti will nicht in
den Regen, weil sie schnell krank wird. Es hörte auch bald wieder auf
und wir machten uns auf den Heimweg. An einer Kreuzung trennten sich unsere
Wege. Sie musste zurück zum Hotel, ihre Freunde machten sich Sorgen um sie
und riefen alle 10 Minuten auf dem Handy an. Um 5 lag ich im Bett. Morgen
möchte ich nach Kuala Lumpur (KL), habe noch nichts gepackt und muss vor
12 Uhr auschecken. Oh, what a day!
7.Tag - Kuala Lumpur - Montag 27.8.1 -
Leaving Singapore
Um 11 Uhr bin ich aufgewacht. Etwas demotiviert schlenderte ich
von der Bencoolen Street zur Rocher Road, um dort den Public Bus 170 für
1.50$ nach Johor Bahru in Malaysia zu nehmen. Es dauert schon eine halbe Stunde
oder länger bis der Bus endlich auf der Brücke nach Malaysia
fährt. An der Grenzstation steige ich aus, gebe dem Immigration Officer
den kleinen Abschnitt vom Visum den ich behalten habe und bekomme einen neuen
Stempel im Pass. Treppe runter, schon sieht man neben den letzten
Singtel-Telefonzellen eine große Schlange von Menschen, die
auf den nächsten Bus warten. Das ging relativ fix. Ich sitze schon
wieder im Bus 170, aber in einem anderen als zu vor. Nach wenigen Minuten
heißt es wieder Aussteigen. Diesmal möchte das Immigration Office
von Malaysia meinen Pass sehen. Ich füllte ein Visum aus und bekam ein
Stempel im Pass. Nun bin ich also in Malaysia, es regnet in Strömen,
toller erster Eindruck von Malaysia, dachte ich mir. Taxifahrer erzählen
mir Stories, dass der Busbahnhof um weiter nach Kuala Lumpur zu fahren (und
überall anders hin) 7 km weit weg ist und dort kein Bus hinfährt.
Stimmt nicht. Mein Ticket gekauft in Singapur für 1.50$ (du erinnerst
dich?) ist immer noch gültig, da kommt auch schon wieder ein 170er Bus.
Einige Minuten später erreichte ich die Larkin Bus Station für
long-distance Busreisen. Wieder ruft mir jeder zu:Bus nach KL hier lang
nur 25 RM. In solchen Situationen lasse ich mir Zeit, denk drüber
nach, und tausche erst mal Geld. Später bekomme ich einen Bus nach Kuala
Lumpur für 20 RM und mache mich auf eine 6 stündige Reise, sehe den
Regentropfen zu, wie sie die Scheiben runterzittern und bin etwas traurig das
ich Singapur verlassen habe. Aber, es geht weiter. Ich sehe mehr Armut hier an
der Straße und viele Palmölplantagen. Die Straße ist breit und
zweispurig. Viel besser ausgebaut, als ich sie von Indonesien kenne. Im
Geschaukel des Busses taumelte ich in einen schönen Schlaf. Es ist
schon dunkel als ich die Puduraya Bus & Taxi Station in Kuala Lumpur
erreiche. Ich habe keine Karte von KL und mit der wirklich schlechten Lonely
Planet Karte kann ich auch nicht viel anfangen. Als ich mit einem Taxi zur
Julan Sultan Straße fahren wollte, war er so fair und zeigte mit den Weg,
denn sie war nur wenige 100 Meter entfernt. Chinatown, ich bin
beeindruckt, die Leute tobten durch die engen Straßen, die mit
Tischen und Ständen vollgestellt und mit Lampen beschmückt sind und
ich mittendrin mit meinem Rucksack auf der Suche nach Chinatown Guest House. Es
dauerte seine Zeit bis ich es in dem Chaos fand, doch es sagte mir gar nicht
zu, es war leer unfreundlich, kalter Beton und keine Fensterscheiben. Ich
kramte einen Flyer aus meiner Hosentasche Kameleon Travellers Lodge, Dorm Bed
10 RM (ungefähr 5 DM), Lounge Area, Tourist Information, Book Exchange,
Hot/Cold Shower, Satelite TV u.s.w. das hört sich doch gut an und das war
es, obwohl es noch nicht im Lonely Planet ist. Alles sehr sauber und neu,
schöner als mein Zimmer in Singapur. Gerade am Auspacken sprach mich auch
schon Angela aus England an. Wir gingen gemeinsam in China Town essen, was ich
jeden empfehlen kann, obwohl es etwas teurer ist, als in anderen Food Centern,
weg vom Tourismus. Verglichen mit Singapur ist das Bier preiswert. Hier tobt
das Leben, Kranke betteln, eine tote Ratte liegt in der Ecke, Gestank und
Autos. Sogar durch die vollen Straßen ChinaTowns drängelt sich hin
und wieder ein Auto. Es ist schön Gesellschaft zu haben und ich freue
mich das ich ihr englisch so gut verstehe. Wir gehe spazieren in der Jalan
Bukit Bintang. Alles leuchtet. Überall sind kleine blinkende bunte
Lämpchen in den Palmen, Wänden und an gespannten Lichterketten.
Schade, dass wir das in Deutschland nicht haben denke ich mir, aber die
Stromrechnung wäre bestimmt gewaltig. Wir trinken noch ein Cafe im Planet
Hollywood, bei dem wir unseren morgigen Ausflug zu den
Batu Caves planen.
8.Tag - Kuala Lumpur - Dienstag 28.8.1
- Batu Caves und Twin Towers
9 Uhr Aufstehen. Frühstück: McDonalds. Wir verlaufen uns
etwas bis wir schließlich die Bushaltestelle Medan Pasar finden. Auch der
Lonely Planet konnte da mal wieder nicht helfen, mit Fragen kommt man schneller
zum Ziel. Du kannst den Bus 11D oder 69 zu den Batu Caves nehmen, beide
kosten 1.60 RM. Die Fahrt dauert fast 40 Minuten. Wir stehen an einer
Straße, als wir aussteigen. Von Weiten sehen wir eine Bergkette, sonst
ist alles flach, als wäre sie falsch am Platz. Nachdem wir das
Überqueren der stark befahrene Straße gemeistert hatten, sahen wir
auch schon Touristenstände, Tauben, Tempel und die Treppen. Etwas
überrascht, dass die Höhlen kein Eintritt kosteten stiegen wir rasch
hinauf zur Höhle. Höhle, ja eine große Höhle. Mhhh, das
wars schon? Nein, ein kleiner Betonklotz soll ein Tempel darstellen und was
noch ?. Stangen, Geländer, Müll. Aus der Höhle könnte man
noch einiges mehr machen, aber immerhin haben wir Glück, dass wir recht
früh dran sind, denn es sind kaum Touristen hier. Wir setzen uns auf eine
Bank und schauen den Affen zu, die einzige Attraktion, wie sie die steilen
Wände wie Freeclimber hinaufsteigen. Ein Mann verteilt Zettel und bietet
Höhlentouren an, doch wir können wiederstehen und besuchen lieber die
unterhaltsame Art Gallery((1RM), am Fuß der
vielen Stufen. Hier sieht man kitschige bunte Figuren, ähnlich der
Figuren auf den Indischen Tempeln, die die Geschichte, Sagen und Märchen
von Shiva und Co erzählen. Zurück im Zentrum Kuala Lumpurs
trennten Angela und ich uns und gingen unsere eigenen Wege. Vom Hotel lief ich
in 40 Minuten zu den beeindruckenden Petronas Twin Towers. Ich frage mich
immer wie man für Milliarden Mark ein Haus hinstellen kann, wenn die
meiste Bevölkerung in runtergekommenen Bruchbuden lebt. (Fotos:
1,2) Aufsteigen
konnte ich leider nicht, dafür war es zu spät. 800 Karten werden
täglich umsonst ausgeteilt, um sie zu bekommen sollte man allerdings schon
sehr früh hier sein. Aber das Shopping Mall der Twin Towers konnte ich
besuchen. Von dort aus, es war schon dunkel, fand ich leider den Weg
zurück zum Hotel nicht mehr. Zu den größten Hochhäusern
der Welt zu finden ist nicht so schwer, aber zurück, ohne Karte.
Irgendwann gab ich es auf, war zu müde und nahm ein Taxi für 10 RM
für die 5 Minuten. Leider haben die Fahrer nie ihren Taximeter
eingeschaltet ( falls sie überhaupt einen haben) und ich fühle mich
immer betrogen. Ich mache es mir in dem gemütlichen Aufenthaltsraum
der Travellers Lodges bequem und schaue mit vielen anderen Reisenden Keep
the faith auf VCD an. VCD sind hier gerade im Trend. Überall werden
Video -CD Player und die neusten kopierten Filme für 10 RM verkauft.
Der große Ventilator schwingt und verwirbelt kühlen Wind und
Zigarettenrauch. Ich nasche Pommes Frites mit ChillieSauce. Der kleine Heimhund
lässt sich von jedem der einsamen Reisenden streicheln. Auch die Besitzer
liegen in den Sofas, das sie übrigens den ganzen Tag machen. Habe
Bauchschmerzen, Durchfall und Mückenstiche und mir wird bewusst, dass ich
vorsichtiger werden sollte. Ich bin nicht mehr in Sinapur.
(Foto)
9.Tag - Kuala Lumpur - Mittwoch 29.8.1
- Etwas über Chinesen gelernt
Früh stand ich auf, um eine Wanderung zum Merdeka Square zu
unternehmen. Am China Town vorbei, zuerst zum Central Market. In diesem
Gebäude sind viele kleine Läden und Stände anzufinden, es werden
dort Stoffe, Shirts, Armbänder verkauft. Da ich noch früh dran bin,
ist noch nicht so viel los und ich laufe auf der schönen sauberen mit
Palmen begrenzten Straße weiter, bis ich die grüne Fläche sehe
und das historische Sultan Abdul Samad Building. Als ich so am
Fotografieren war, sprach mich ein Mann an, dass ich hier besser abends vorbei
schauen sollte, denn überall an den Palmen und am
Sultan Abdul Samad Buildingsind winzige
Lämpchen angebracht. Eine Treppe führt in den Untergrund zu der
KL Tourist Information und endlich habe ich einen Plan und kann mich nicht mehr
verlaufen. Es tropft ein wenig und ich mache mich auf den Weg zurück in
die Unterkunft, bis es dann schließlich so richtig regnet. Ich mache es
mir im Aufenthaltsraum gemütlich und schaue Fernsehen. Mit der Map
ist es diesmal kein Problem zum Golden Triangle zu gelangen.
Unterwegs spricht mich zum ersten Mal eine zwielichte Gestalt an, ob ich ein
little Girl will und möchte mir seine Visitenkarte in die Hand
drücken. Gerade am Abend rufen dir viele Personen little Girl
zu und manchmal gleich mit Preise (150RM). Wer sich darauf einlässt ist
mutig und verzweifelt. In Kuala Lumpur so wie in anderen Städten in
Malaysia findet man eine große Auswahl an kopierter Software für 5 -
8 RM, obwohl überall die Plakate mit Totenkopf Stoppt die
Piraterie hängen. Seit langem war das ein Tag an dem ich mal
wieder alleine war und es tut gut mal für sich zu sein und kein englisch
sprechen zu müssen. Ich ging etwas schlafen, um später ein
ausgedehntes Nachtleben genießen zu können. Nachts in der Jalan
Sultan Ismail entdeckte ich eine Disko namens Rush, dort fand
heute eine spezielles gesponsortes Event statt und ich war froh kein Eintritt
zahlen zu müssen. Viele hübsch gemachte Leute, eine riesen Disko und
die neusten Tanzlieder. Eine Sprite mit Eiswürfel kostete glaube ich so 10
RM. So bald ich leer getrunken hatte, sprachen mich ständig Bedienungen
an, die unzählig durch die Diskothek liefen, ob ich noch was will. Als ich
davon genug hatte ging ich nach draußen und setzte mich dort auf eine
kleine Mauer, um die Leute zu beobachten, eines meiner größten
Leidenschaften. Es sprach mich Agnis an, die aus journalistischen Gründen
hier war. Eigentlich war ich nicht sehr gesprächig, doch sie bot mir an
eine Stadtrundfahrt mit ihrem Auto zu machen. Ich gab nach. Wir fuhren durch
die Straßen und durch die Nacht am National Museum vorbei nach Bangsar,
einem Vergnügungsviertel mit Kneipen und Diskotheken. Da es nicht
Wochenende war, war auch nicht ganz so viel los. Sie lud mich zum
malaysisch Essen ein. Ein Pfandkuchen mit Curry Soße. Roti canai with
dhall curry, wie sie dazu sagte und als Getränk Teh Tarik (ein speziel
zubereiteter Tee). Dann gingen wir in das ROOF, tranken dort Bier auf der
Terrasse. Es waren viele Touristen da, wie ich glaubte, doch sie versicherte
mir, dass es keine Touristen sind, sondern sie alle hier in KL arbeiten.
Sie ist Chinesin, obwohl ich eher auf Malai tippte und so nahm ich mir vor,
lieber aufzuhören die Rasse zu schätzen, das könnte noch
peinlich werden. Sie erklärte mir mit ihrem guten, von einem
Englandaufenthalt geschulten Englisch, viele interessante Sachen über
Chinesen. Hier hörte ich zum ersten Mal das Chinesen kühl sind und
Gefühle vermieden werden. Auch Körperkontakt zwischen Geschlechtern
in der Öffentlichkeit ist eher nicht so erwünscht. Ich erinnerte mich
sofort an mein Treffen mit Yin Yin und die kühle Verabschiedung in der
Metro. Als sie mich freundlicherweise mit dem Auto zu meiner Herberge fuhr,
stand ein anderes Auto an der Ampel neben uns, die Straße waren um diese
Zeit sehr leer. Sie starrten alle unfreundlich in unser Auto und ich lernte
eine zweite Lektion von Agnis. Und zwar, das sie nicht mit mir als
Europäer angeben kann, wie man vielleicht vermuten könnte. Nein, im
Gegenteil, Leute spotten über sie, denken das sie billig ist, dass sie
versucht mit Kontakt zu einem Europäer (oder westliche Rasse) an Geld zu
kommen. Das hatte ich noch nicht so gesehen. Wie ein Zufall standen
wir plötzlich vor dem mir bei Nacht empfohlenen Sultan Abdul Samad
Building. Beeindruckend leuchten und funkeln winzige Glühbirnen. Agnis
lud mich zu einem Fondue-Essen am nächsten Tag ein. Ich treffe nur
Entscheidungen beim Frühstück und beim Einschlafen sagte ich ihr und
werde sie am nächsten Tag anrufen. Und ich entschied mich vor dem
Einschlafen, dass ich Kuala Lumpur am nächsten Tag verlassen werden, da in
zwei Tagen der National Feiertag von Malaysia ist und ich eventuell dann
Schwierigkeiten bekomme aus der Stadt wegzukommen. Mein Ziel war es eigentlich
immer gewesen an diesem Nationalday hier in KL zu sein, doch jetzt gehe ich dem
Trouble lieber aus dem Weg. Schon schlief ich...
10.Tag - Cameron Highlands -
Donnerstag 30.8.1 - Fahrt zu den Cameron Highlands überlebt
Um 10 Uhr stand ich auf. Lief die paar Meter zur Busstation. An
der Straße entlang, sowie in der Busstation, gibt es unzählige
Busgesellschaften. Für ganz Malaysia kann ich TRANSNATIONAL empfehlen, die
sind am billigsten. Manch andere Busgesellschaft verkauft auch Tickets von
Transnational aber zu einem lächerlich erhöhten Preis. Doch wegen
diesem Feiertag morgen hatte ich Schwierigkeiten eine Fahrkarte zu bekommen.
Mit viel Glück ergatterte ich doch noch eine für 13RM. Der Bus kam in
einer halben Stunde. Ich also schnell zurück zum Hotel, Tasche gepackt,
Geld gewechselt, Snacks gekauft. Der Bus zu den Cameron Highlands wartet schon
auf mich. Ich verlasse KL und betrachte schöne Landschaften an diesem
schönen Morgen. Wir verlassen die Autobahn und fahren in die Berge.
Mein Sitzplatz neben dem Busfahrer lässt leider Blicke auf die
Serpentin-Fahrbahn und die Fahrweise zu. Enge Kurve werden vom großen Bus
geschnitten, vorher noch mal zur Sicherheit ein kurzes Hupen, falls jemand
entgegenkommt. Ich stell mir schon vor wie ich die Scheibe vor mir durchfliege.
Trotzdem genieße ich den Ausblick. Sogar an einem an der Straße
liegenden Wasserfall kommen wir vorbei. Nach 5 Stunden Fahrt erreichen wir
Tanah Rata. Als ich aus dem Bus steige, stehen
auch schon mit Zetteln bewaffnete Mitarbeiter der Herbergen hier, um die Touris
den Weg zu zeigen und zu begleiten. Mir wurde in KL die Unterkunft Twin Pines
(Dorm 7 RM) empfohlen, also schloss ich mich einem freundlichen Mann an. Er
fragt mich wie meine Fahrt war usw. Am Twin Pines angekomen, saß ein
Dutzend Reisende auf der Terrasse lesend, spielend und unterhaltend.
Freundlich wurde ich als Andi from Germany vorgestellt. Fühlte
mich gleich wie in einer Familie. Bezog mein Bett in einem 4 Bett Zimmer.
Verglichen mit KL und Singpur waren die Sanitären Einrichtungen weniger
einladend. Aber ich bin ja jetzt auf dem Land. Ich machte mich auf Tanah Rata
zu erkunden. Laufe auf einen kleinen Hügel mit einem Kindergarten und
schaue ins Land. Die Stadt ist sehr klein und an eine Straße
gebaut. Hier gibts Internet und kleine Supermärkte. Geld
wechseln ist wahrscheinlich nicht zu empfehlen. Ein Nachtleben ist nicht zu
erwarten, deshalb freue ich mich schon auf das Barbeque welches heute
nacht in der Herbege statt findet. Es wird kühl, zum ersten und
letzten Mal in meiner Reise ziehe ich mich abends richtig warm an. Es ist eine
schöne Luft und auch Moskitos habe ich nicht gesehen. Das
Barbequebuffet war super. Die ersten Deutschen auf meiner Reise treffe ich
hier, sowie 2 schwarze 25 jährige Frauen (Natasha und Karlene) aus
England, die sehr nett sind, sich sehr mühe mit einer deutlichen sauberen
Aussprache geben und Spaß dran haben mir englisch bei zu bringen. Es
macht Spaß sie anzuschauen, sie sehen interessant aus und ihre matte Haut
sieht aus als wäre sie aus Samt. Es wird Gitarre gespielt, Bier
getrunken und in einem Vorführzelt werden Filme gezeigt. Die Deutschen
spielen mit mir und den Schwarzen englisches Scribble. Natürlich verlieren
wir haushoch gegenüber den Engländerinnen. Ich machte kurze
Bekanntschaft mit Richard aus Neu-Seeland. Er ist ein Rentner der schon einige
Wochen und Monate hier ist. Er kennt die Gegend und wandert jeden Tag im
Dschungel. Ich fragte ihn ob er mich mitnimmt. Ja. Wir verabredeten
uns für 8 Uhr am nächsten Morgen. Das ganze Dorf ist still, leer
und dunkel. Ich fühlte mich gut aufgehoben in meiner Familie.
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